Sozialwirtschaftsbericht: Keine Vorschläge gegen bevorstehenden Pflegenotstand!

Der heute vorgestellte Sozialwirtschaftsbericht für Thüringen enthält keine neuen Erkenntnisse. Viele Träger von Pflegeeinrichtungen haben schon seit längerer Zeit auf den zunehmenden Pflegefachkräftemangel hingewiesen. „Der Sozialwirtschaftsbericht bestätigt nur noch einmal diese bekannte Tatsache und auch, dass die Bezahlung der Pflegekräfte in Thüringen schon immer die niedrigste in der Bundesrepublik ist. Dafür bedarf es keines Sozialwirtschaftsberichtes“, kritisiert Jörg Kubitzki, Sozialpolitiker der LINKEN.

Absolut unzufrieden ist der Abgeordnete darüber, dass der Bericht nur vage Handlungsempfehlungen gibt. Es fehlen vor allem konkrete Vorschläge der Landesregierung, Probleme zu beseitigen. Die Linksfraktion hat schon mehrmals im Landtag Vorschläge zur Verbesserung der Fachkräftesituation zur Diskussion gebracht. Dazu gehören die Finanzierung des dritten Umschulungsjahres zur Pflegefachkraft durch ein landeseigenes Programm, die Schaffung von Möglichkeiten zur verkürzten berufsbegleitenden Ausbildung von langjährig in der Pflege tätigen Personen als Pflegefachkraft, wie z. B. Heilerziehungspfleger oder Familienpfleger, eine Bundesratsinitiative zur Veränderung der derzeitigen Finanzierung der Ausbildungsvergütung, welche gegenwärtig nur zu Lasten der zu Pflegenden in Ausbildungseinrichtungen geht und die Anerkennung von Qualifikationen zugewanderter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Pflegebereich.

Abschließend weist Jörg Kubitzki darauf hin, dass „der Sozialwirtschaftsbericht unterstreicht, dass wir kurz vor dem Pflegenotstand stehen“. Der Sozialpolitiker fordert die Landesregierung auf, „nicht bei der vorgelegten Analyse zu bleiben, sondern nun eigene Vorschläge zu unterbreiten“.

Mehr aktuelle Themen