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Schuldnerberatung wird gestärkt

Im Ergebnis des heutigen von der Linksfraktion veranstalteten Fachtages zur Situation der Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung kündigt Diana Skibbe, verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, eine bessere Förderung der Schuldnerberatung in Thüringen an.

„Zwar ist auch im ersten Quartal die Zahl der Privatinsolvenzen in Thüringen leicht gesunken“, so Skibbe, „trotzdem ist immer noch jeder zehnte Erwachsene in Thüringen von Überschuldung betroffen; nicht wenige davon befinden sich in einer Schuldenspirale und benötigen professionelle Hilfe.“ Hier ist die Arbeit der derzeit 24 anerkannten Schuldner- und Verbraucherinsolvenz-Beratungsstellen in Thüringen wichtig, da diese aus einem ganzheitlichen Ansatz heraus psychosoziale Begleitung mit wirtschaftlicher und rechtlicher Beratung verbinden. „Die Beratungsstellen leisten damit nicht nur einen sehr wichtigen Beitrag in der Beratungslandschaft Thüringens, sondern helfen auf beiden Seiten Kosten sparen, wenn bei einer erfolgreichen Beratung nicht zusätzlich die Hilfe von Rechtsanwälten oder Gerichtsvollziehern in Anspruch genommen werden muss. Trotzdem sind die Beratungsstellen derzeit schlecht aufgestellt, was sowohl die Ausstattung mit Personal und mit Geld angeht.“

Diana Skibbe hatte daher Vertreter aller Beratungsstellen und die sozialen Träger der Beratungsstellen eingeladen, um auf einem Fachtag die gegenwärtigen Probleme und mögliche Lösungen zu diskutieren.
Beim Fachtag anwesend war Prof. Ulf Groth von der Hochschule Neubrandenburg, der in mehreren Bundesländern den Aufbau von Netzwerken zur Schuldnerberatung begleitet hat. Er verwies auf die zukünftige Aufgabenverschiebung der Beratungsstellen: „Die drohende Altersarmut geht auch einher mit einer stetig zunehmenden Altersüberschuldung. Hierfür sind spezielle altersgerechte Schuldnerberatungsangebote nötig.“ Groth verwies aber auch auf Thüringer Defizite: „Verglichen mit anderen Bundesländern mit ähnlicher Einwohnerzahl ist die Beratungsstellendichte in Thüringen zu gering und muss daher vor Ort ausgebaut werden. Wichtig ist dabei, dass die Beratungsstellen nicht auf reine Verbraucherinsolvenzberatung reduziert werden. Überschuldete Menschen benötigen eine umfassende soziale Hilfestellung!“

Gemeinsam mit den verbraucherpolitischen Sprecherinnen von SPD und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und dem zuständigen Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz wird Diana Skibbe die Ergebnisse des Fachtages für eine Verbesserung der Stellung der Schuldnerberatung in Thüringen nutzen: „Wir werden noch in 2016 die Richtlinien zur Förderung der Beratungsstellen so gestalten, dass diese besser ausgestattet werden können. Mittelfristig wird es unsere Aufgabe sein, die Schuldnerberatung fester in die Beratungslandschaft Thüringens zu integrieren. Dazu gehört auch die bessere institutionelle Anbindung der Beratungsstellen.“

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