Schaft: „Landesregierung kann mehr tun, um Beschäftigte in Bad Blankenburg zu unterstützen“

Christian Schaft

Nach einem vor Ort Besuch bei den Beschäftigten von Phoenix Conveyor Belt Systems, dem ContiTech-Werk in Bad Blankenburg, erklärt Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag: "Es braucht eine große gemeinsame Kraftanstrengung, die Arbeitsplätze und den traditionsreichen Industriestandort in Bad Blankenburg zu retten. Ich fordere die Wirtschaftsministerin und den Ministerpräsidenten auf, das Telefon in die Hand zu nehmen und die Geschäftsführung von Continental anzurufen. Es ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, einen Betrieb zu schließen und ausbluten zu lassen, der schwarze Zahlen geschrieben hat. Es gibt Handlungsmöglichkeiten des Landes, um Arbeitsplätze zu erhalten und zukunftsfähige Industriestandorte zu entwickeln, sie müssen aber auch genutzt werden. Eine klare Strategie fehlt der Landesregierung bisher.“

 

Bei einem Besuch und Gespräch mit Beschäftigten vor Ort am Montag ließ sich Schaft die Lage in Bad Blankenburg erklären und fordert im Nachgang erneut die Landesregierung auf, die Beschäftigten im Kampf um den Erhalt des traditionsreichen Standortes und ihrer Arbeitsplätze zu unterstützen. „Anders als vom Konzern behauptet, berichten die Beschäftigten von Aufträgen, die nun andernorts erfüllt werden, ohne die Kenntnisse und Fertigkeiten aus Bad Blankenburg. Das in Bad Blankenburg gefertigte Transportgummi wird gebraucht. Es ist unfair, dass die Beschäftigten nun aus konzernstrategischen Erwägungen auf die Straße gesetzt werden sollen.“

 

Schaft hält neben einem extra aufgelegten Fonds außerdem eine industriepolitische Gesamtstrategie für unumgänglich: „Die IG Metall hat uns allen ein deutliches Warnsignal gesendet: Über 9.800 Arbeitsplätze sind in Thüringen allein in der Automobilzuliefererindustrie akut bedroht. Wir müssen zum einen Geld in die Hand nehmen und zielgerichtet investieren, auch mit Landesbeteiligungen, und zum anderen überlegen, wie eine Strategie für Thüringen aussehen kann. Der immer wiederkehrende Verweis auf die Rüstungsindustrie ist ein vorgeschobenes Feigenblatt, denn diese Industrie wird bei weitem keine so hohe Anzahl an Arbeitsplätzen erhalten, geschweige denn nachhaltig Industrie entwickeln. Eine Zukunft für viele Beschäftigte in der Thüringer Industrie auf Dauer gibt es mit Investitionen in eine klimagerechte Zukunft und dem Ausbau von Forschung und Entwicklung, nicht mit dem Versuch, bei der Aufrüstung mitzumischen.“

Terminhinweis:

Am 27.08.2025 von 10:00-12:00 Uhr findet eine medienöffentliche Diskussion der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag mit Prof. Stefan Schmalz (FSU) und Franziska Wolf (IG Metall) zum Thema: „Deindustrialisierung stoppen – Arbeitsplätze retten“ im Thüringer Landtag in Raum F125 statt. Zu der Veranstaltung werden auch Betriebsräte, Beschäftigte und Gewerkschaften erwartet.

 

Mehr aktuelle Themen