Rechtsrock-Strukturen in Thüringen konsequent stoppen – Betretungsverbot für Sänger der Neonazi-Band „Erschießungskommando“ erwirken
Die angekündigten drei Rechtsrock-Konzerte der Neonazi-Band „Amok“ in Thüringen sorgen für scharfe Kritik bei den Landtagsabgeordneten der Fraktion Die Linke, Christian Schaft und Katharina König-Preuss. Sie fordern Sofortmaßnahmen der Landesregierung. „Die angekündigten Auftritte zeigen erneut, wie stark die extrem rechte Musikszene im Freistaat verankert ist und wie unzureichend zuständige Behörden agieren und damit Neonazis Bühnen überlassen“, erklärt Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender der Linken im Thüringer Landtag.
Laut der Sprecherin für Antifaschismus der Fraktion Die Linke, Katharina König-Preuss gilt Thüringen seit Jahren bundesweit als eines der Bundesländer mit besonders vielen Rechtsrock-Veranstaltungen. Aktuelle Zahlen der Thüringer Beratungsstelle mobit zeigen erneut einen Höchststand extrem rechter Konzerte. Die Szene kann vielerorts weitgehend ungestört agieren; so sind breit vernetzte Strukturen entstanden, auch mit Verbindungen zu militanten und rechtsterroristischen Netzwerken, ist die Abgeordnete überzeugt. Den zuständigen Behörden gelinge es weiterhin nicht ausreichend, dagegen konsequent vorzugehen. „In Thüringen schockt leider nur noch wenig, wenn es um mangelnde Konsequenz gegenüber Neonazis geht. Dass jedoch der Sänger der Band ‚Erschießungskommando‘ auftreten kann und Behörden nicht einmal versuchen, dies zu unterbinden, ist ein weiterer Tiefpunkt“, so König-Preuss.
Schaft erklärt: "Der Sänger von 'Amok' ist zugleich Sänger der Neonazi-Band 'Erschießungskommando'. Bereits der Name steht für offen zur Schau gestellte Gewaltfantasien und menschenverachtende Ideologie. In Liedern wird unter anderem zum Mord an der Abgeordneten Katharina König-Preuss aufgerufen sowie Jüdinnen und Juden mit Folter und Mord gedroht. Solche Bands sind seit Jahrzehnten zentrale Plattformen für Vernetzung, Ideologisierung, Rekrutierung und Finanzierung der extrem rechten Szene. Dass es hier kein Eingreifen der Landesregierung oder der zuständigen Behörden gibt, schockiert uns zutiefst“, erklärt Schaft. „Wir fordern das Ausschöpfen aller rechtlichen Möglichkeiten – vom Betretungsverbot bis hin zu einem möglichen Einreiseverbot –, um diese Auftritte zu verhindern. Es kann nicht sein, dass Neonazis, die offen zu Morden aufrufen, keinen entschiedenen Widerstand staatlicher Behörden erfahren.“
König-Preuss erinnert daran, dass die sogenannte Brombeer-Koalition im Sommer 2025 den Antrag der Fraktion Die Linke abgelehnt hatte, der ein konsequenteres Vorgehen gegen Rechtsrock-Konzerte und einen erweiterten Handlungskorridor vorsah. Zudem bestehen laut der Abgeordneten nachweisbare Verbindungen der Band „Erschießungskommando“ zum in Deutschland verbotenen Neonazi-Netzwerk „Combat 18“. Darüber hinaus veröffentlichte die Band ein Lied, dessen Inhalt wie eine Blaupause für den späteren Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke klingt.
„Rechtsrock ist kein harmloses Musikgenre, sondern seit Jahrzehnten ein zentraler Motor der Neonazi-Bewegung. Konzerte sind Orte der Vernetzung, Radikalisierung und Finanzierung. Dass Thüringen weiterhin als Bühne für Propaganda und Szenevernetzung genutzt werden kann, ist nicht hinnehmbar. Wer seit Jahren Teil der militanten Neonazi-Musikszene ist, Verbindungen zu internationalen Netzwerken wie ‚Combat 18‘ oder den ‚Hammerskins‘ hat und Teil Bands wie ‚Erschießungskommando‘ auftritt, darf nicht unbehelligt in Thüringen auftreten und seine mörderische Ideologie verbreiten“, fordern die beiden Abgeordneten.
Die Landesregierung müsse endlich eine konsequente Strategie gegen Rechtsrock-Strukturen vorlegen und bestehende rechtliche Möglichkeiten ausschöpfen, um solche Veranstaltungen zu verhindern. Sollte es nicht gelingen, die angekündigten Konzerte zu unterbinden, kündigt König-Preuss an, mindestens eine der Veranstaltungen vor Ort zu beobachten.
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