Personalmangel an Thüringer Schulen wird zum generellen Problem!

„Nicht nur an den Thüringer Gemeinschaftsschulen ist der Lehrermangel ein gravierendes Problem. Die Umsetzung des längeren gemeinsamen Lernens zu gewährleisten und eigene Schulkonzepte umzusetzen, ist auch abhängig von ausreichenden personellen Ressourcen“, unterstreicht Michaele Sojka, Bildungspolitikerin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, in Reaktion auf Medienberichte zum Start von Gemeinschaftsschulen. Für Pädagogen, die im Team motiviert neue Konzepte täglich praktizieren wollen und sollen, seien beispielsweise ständige Abordnungen und häufiger Vertretungseinsatz äußerst kontraproduktiv. „Das ist leider zunehmend tägliche Praxis an Thüringer Schulen“, warnt Frau Sojka.

„Bei der Umsetzung von u.a. Ganztagsangeboten werden zusätzliche Pädagogen benötigt, die wir in Thüringen momentan einfach nicht haben. Selbst der normale Unterricht ist bereits gefährdet“, konstatiert die Abgeordnete der LINKEN.
Fast täglich erreichten die Bildungspolitikerin SOS-Rufe von Thüringer Pädagogen. Nach Informationen von Lehrern sei es längst keine Ausnahme mehr, dass Vertretungspläne geschrieben werden müssen. Im Gegenteil - Ausnahme sei es, wenn der Unterricht an einer Schule an allen Tagen der Woche ohne Vertretungsplan bestritten werden kann.

„Um Defizite aufzufangen, muss ein erheblicher Mehraufwand betrieben werden. Das geht nur eine bestimmte Zeit gut und nie auf Dauer. Die Folge ist oft ein höherer Krankenstand von Lehrern“, so die Bildungspolitikerin. „Gute und moderne Schulkonzepte, gemeinsamer Unterricht und eine hohe Unterrichtsqualität bedürfen mehr als kluger Sonntagsreden über ein Bildungsland Nummer eins! Hier besteht massiver Handlungsbedarf, Herr Matschie!“, sagt Frau Sojka, die zudem darauf verweist, dass langfristig abgesicherte Schulsozialarbeit ebenso von Thüringer Schulen ohne ministerielle Resonanz eingefordert wird.

Mehr aktuelle Themen