Online-Versandhandel: Viel geredet, nix passiert
Die auch für Fragen des Arbeitsschutzes zuständige Sozialministerin Heike Taubert hatte heute zu einem Runden Tisch Online-Versandhandel geladen. Neben Kammern und Gewerkschaft ver.di waren auch Vertreter von Zalando, redcoon und KNV zu Gast. Dazu Ina Leukefeld, Arbeitsmarktpolitikerin der Linksfraktion im Thüringer Landtag: „Es ist zwar sehr schön, wenn man alle Parteien an einen Tisch holt – ein Ergebnis hin zu mehr Guter Arbeit konnte heute jedoch nicht verkündet werden. Selbst eine Abschlusserklärung wurde vertagt, weil offensichtlich keine Einigkeit jenseits einiger Allgemeinplätze herzustellen war.“
Offensichtlich sei in den wesentlichen kritisierten Punkten keinen Schritt vorangegangen. „Zwei Jahre Dauerbefristung bleibt Zalando-Standard, die Disziplinierung der Arbeitnehmenden über unsichere Arbeitsverhältnisse hält also weiter an. Lippenbekenntnisse für einen Betriebsrat sind angesichts dieser Fakten nur Schall und Rauch und helfen den Beschäftigten nicht weiter. Betriebswirtschaftlich notwendig ist ein solches Geschäftsgebaren nicht. Dass es anders gehen kann, zeigt der Buchlogistiker KNV, der offiziell im September seine Tätigkeit aufnehmen will und von Beginn an unbefristet einstellen wird und als traditionelles Familienunternehmen auch die Unterstützung eines Betriebsrats angekündigt hat“, so die Arbeitspolitikerin weiter.
„Runde Tische und auch deren angekündigte Fortsetzung schaden sicherlich nicht. Es bleibt jedoch die Frage – was nützen sie den Beschäftigten? Wir müssen in Thüringen vielmehr nach der Landtagswahl auf eine Anpassung der Förderbestimmungen drängen, um begrüßenswerte Investitionen stärker an die Standards Guter Arbeit zu binden und prekäre Arbeitsverhältnisse und prekäre Lebensbedingungen in Thüringen immer weiter zurückzudrängen“, fordert Ina Leukefeld abschließend.
