NSU: Zelle oder Netzwerk?
Zu den Äußerungen des Politikwissenschaftlers Hajo Funke bezüglich weiterer Mitglieder des NSU erklärt Martina Renner, innenpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Obfrau im Thüringer NSU Untersuchungsausschuss:
"Auch für uns ist die Frage nach weiteren Mitgliedern des NSU noch nicht abschließend beantwortet. Das Trio war definitiv eingebettet in ein größeres Netzwerk von Mitwissern und Unterstützern, deren Beiträge zur und Wissen über die Mordserie nach wie vor nicht geklärt sind."
So müssten beispielsweise das seit 2000 in der Bundesrepublik verbotene internationale Neonazi-Netzwerk "Blood & Honour" und dessen Verbindungen zum NSU intensiver in den Focus genommen werden, um die trotz Verbot bestehenden Strukturen von "Blood & Honour" auf weitere mögliche NSU-Mitglieder und Unterstützer zu überprüfen.
Darüber hinaus müssten dringend auch lokale Neonazi-Strukturen in den Orten der Morde näher betrachtet werden, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass es insbesondere vor dem Hintergrund der bundesweiten Vernetzung von Neonazis lokale Unterstützer und Helfer gegeben hat, so Frau Renner. "Fraglich ist weiterhin, ob sich unter den weiteren Unterstützern und Mitwissern des NSU staatliche Spitzel befunden haben." Hier, so befürchtet Frau Renner, hätten die Sicherheitsbehörden nicht die Transparenz gezeigt, die für die Aufklärung der NSU-Morde zu Recht gefordert, zugesagt und dringend notwendig sei.
