Nicht Windkraftausbau erhöht die Strompreise
Zur Mitteilung der TEN Thüringer Energienetze GmbH, dass der Ausbau der Windkraft in Thüringen mittelfristig die Strompreise erhöht, erklärt der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Steffen Harzer: „Nicht der Windkraftausbau erhöht die Netznutzungsentgelte und damit die Strompreise in Thüringen, sondern die unsinnigen Übertragungsnetze, die durch Thüringen gebaut werden bzw. werden sollen, um den Braunkohlestrom aus den mitteldeutschen Braunkohlegebieten nach Bayern zu transportieren.“
Wenn die TEN von 212 Millionen Euro Investitionssumme bis 2025 ausgeht, dann muss man diese mit den 330 Millionen Euro, die bis 2016 von 50 Hertz in die sogenannte Thüringer Strombrücke investiert werden, ins Verhältnis setzen und mit den noch zu erwartenden Kosten für die weiteren geplanten Netzausbaumaßnahmen, die die Netznutzungsentgelte in deutlich kürzerem Zeitrahmen und damit die Verbraucher belasten werden. „Hier muss Einhalt geboten werden“, so Harzer.
Nur mit einem regionalen und dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien, deren Nutzung und Speicherung, lassen sich in Zukunft die Monstertrassen durch Thüringen verhindern und die Energiewende erfolgreich gestalten. Hier ist aber die Bundespolitik endlich gefordert, statt auf den verlustreichen Transport von Nord nach Süd zu setzen und Umwelt durch Trassenbau zu zerstören, wie aktuell im Thüringer Wald, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Ausbau der Erneuerbaren auch ermöglichen. Dazu zählen u.a. die Veränderung des Marktdesigns, um vorhandene Speichertechnologien erfolgreich einsetzen zu können und die Verabschiedung der KWK-Novelle zur Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung ebenso wie die Notwendigkeit, die Anreizregulierungsverordnung nicht zu Lasten der Regionalversorger und Stadtwerke zu verschlechtern. Nicht zuletzt muss ein Ausstiegsszenario zum Braunkohleausstieg auf den Weg gebracht werden.
