Nicht mal mehr ein schlechter Scherz
„Auch eine auf den ersten Blick witzige Idee kann sich als politische Geschmacklosigkeit entpuppen. Vielmehr aber noch ist die von den ehemaligen Thüringer Ministern Scherer und Birkmann mitverantwortete Weihnachtskarte der Rechtsanwaltskanzlei Spilker & Collegen als wohl kalkulierte politische Botschaft zu kritisieren“, erklärt Sabine Berninger, Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag.
Die Erfurter Kanzlei hat ihren jährlichen Weihnachts- und Neujahrsgruß mit Zitaten Sarrazins und einem Bild einer Moschee neben dem Erfurter Dom sowie verkleideten arabischen Märchenfiguren und der Frage „Erfurt im Jahr 2100?“ verbunden.
„Die Anwälte der Kanzlei mögen viel Spaß beim Verkleiden als Märchenfiguren gehabt haben. Gepaart allerdings mit den wiedergegebenen völkisch und religiös begründeten Überfremdungsängsten des Herrn Sarrazin, dem transportierten Bild über die arabische Welt als vormoderne Märchenkultur und der Überschrift ‚Erfurt im Jahr 2100’ ist die Weihnachtskarte längst kein schlechter Scherz mehr, sondern Teil einer gegen Migrantinnen und Migranten muslimischen Glaubens gerichteten Meinungs- und Stimmungsmache“, so Berninger.
Zudem kritisiert die Linksfraktionärin, dass der nebenberuflich als Anwalt tätige CDU-Landtagsabgeordnete Scherer sein Landtagsmandat auch für gewerbliche Werbezwecke nutzt und in der Weihnachtskarte als ‚Mitglied des Thüringer Landtages’ geführt wird. „Die Verquickung der Tätigkeit als Teil des Gesetzgebers mit den eigenen beruflichen Interessen als Anwalt sollte eigentlich tabu sein.“
