Netzumbau statt Netzneubau!
In die Debatte um den Bau einer neuen 380 kV-Trasse kommt wieder Bewegung: Das Landesverwaltungsamt rollt das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt Vieselbach-Altenfeld neu auf. Untersuchungen für den weiteren Trassenverlauf über den Rennsteig zur bayerisch-thüringischen Grenze im anstehenden Raumordnungsverfahren ruhen offensichtlich. „DIE LINKE steht auch weiterhin an der Seite der Bürgerinnen und Bürger, die gegen das für Mensch, Natur und Umwelt unsinnige Mega-Projekt protestieren“, sagt Petra Enders, Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Bürgermeisterin von Großbreitenbach, und verweist auf den Antrag ihrer Fraktion, statt des Neubaues der 380 kV-Leitung Halle-Schweinfurt die bestehende 380 kV-Leitung Remptendorf-Redwitz mit Hochtemperaturseilen zu bespannen.
Schließlich sei dies weltweit Stand der Technik, koste maximal die Hälfte einer neuen Freileitung und würde die Übertragungskapazität der Leitung mindestens verdoppeln. „Energieerzeugung des 21. Jahrhunderts und Übertragungsnetze mit der Technologie aus dem 19. Jahrhundert passen nicht zusammen! Statt Netzneubau muss der Netzumbau auf der Tagesordnung stehen!“, so die Abgeordnete der LINKEN weiter.
Hinsichtlich der Neuauflage des Planfeststellungsverfahrens sagt Frau Enders: „Das Planfeststellungsverfahren muss eingestellt werden. Den neuerlichen Aufwand hätte man sich sparen können. Vermeintliche kosmetische Verbesserungen machen die 380 KV-Leitung auch nicht notwendiger.“
Völlig „indiskutabel“ sei zudem die Zeit der Auslegung und Beurteilung der Unterlagen in der Vorweihnachts- und Weihnachtszeit. „Wird das Verfahren trotzdem weiter geführt, sind die Bürgerinitiativen gerüstet. Anfang Dezember kommt das mit dem Widerspruchsverfahren beauftragte Münchener Anwaltsbüro in die Region und wird all denen, die von der Starkstromtrasse betroffen sind und sich gegen die Entwertung ihres Eigentums wehren wollen, unterstützen“, kündigt Petra Enders an.
