Matschies Bildungsreförmchen ist kein Ausweg aus dem Mittelmaß

„Die heute veröffentlichten allgemeinen Pisa-Daten belegen, dass die Schüler in Deutschland weiterhin nur Mittelmaß im internationalen Vergleich sind. Von Bildungsgerechtigkeit kann auch neun Jahre nach der ersten Untersuchung keine Rede sein“, sagt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Michaele Sojka, und unterstreicht, dass „auch mit den aktuellen Schulgesetznovellen in Thüringen, dringend notwendige Reformen ausbleiben“.

„Die Änderungen bei den staatlichen und freien Schulen in Thüringen werden dem nachgewiesenen Reformbedarf nicht im Ansatz gerecht. Der Ausbau von Ganztagsschulen verläuft nur schleppend, finanzielle und personelle Ressourcen dafür fehlen“, so Frau Sojka weiter. Während Pisa belege, dass es vor allem auf die Lehrer ankomme, lasse Thüringen den Lehrernachwuchs abwandern. „Trotz eines erschreckend hohen Altersdurchschnitts der Lehrer unternimmt die Landesregierung nach wie vor keine Anstrengungen, junge Lehrer in Thüringen zu halten“, kritisiert die Abgeordnete und verweist auf vor allem fehlende Schulpsychologen, Sozial- und Förderpädagogen.

„Mit einer kaum wahrnehmbaren Einführung von Gemeinschaftsschulen wird die frühe Trennung der Schüler und damit eines der größten Probleme der deutschen Bildungslandschaft nicht behoben. Es gibt längeres gemeinsames Lernen nur in homöopathischen Dosen“, sagt Sojka. Auch würden grundsätzliche Reformen bei der Gestaltung von Schule, insbesondere der Ansporn zur Eigenverantwortung, nach wie vor nicht angegangen.

„Matschies Kürzungen bei den freien Schulen werden zu erhöhten Beiträgen führen. Damit wird sich die Situation, dass der Geldbeutel der Eltern für den Bildungserfolg der Kinder entscheidend ist, nur verschärfen“, prognostiziert die LINKE Bildungspolitikerin.

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