Matschie gibt den stummen Statisten

Zum Fortgang der Berichterstattung über die verkauften Goethe-Zeichnungen erklärt die Kulturpolitikerin der Linksfraktion, Dr. Birgit Klaubert:

„Diese kulturpolitische Bankrotterklärung ist eine peinliche Schmierenkomödie in unregelmäßigen Fortsetzungen. Obwohl Matschie eigentlich der Regisseur sein müsste, der für das Happy End sorgt, steht er nur als stummer Statist in den Requisiten und lässt dem Unglück seinen Lauf.

Offensichtlich gab es gravierende Fehler innerhalb der Klassikstiftung. Aber wie hat denn der Vorsitzende des Stiftungsrates – Minister Matschie – auf diese Probleme reagiert? Als die letzten Zeichnungen im Dezember 2009 an Henckel von Donnersmarck übergeben wurden, hat er das gar nicht mitbekommen. Nachdem er es Ende Januar 2010 doch erfahren hatte, wurde um eine Stellungnahme der Stiftung gebeten. Dass diese erst am 19. Oktober, also neun Monate später, vorgelegt wurde, hat ihn wieder nicht so gestört. Was sollte er auch damit anfangen, das hätte ja nur Arbeit eingebracht. Man denkt unweigerlich an die drei Affen, die nichts hören, nichts sehen und nichts sagen. Dabei müsste hinterfragt werden, ob weitere Unterschutzstellungen für den Bestand der Klassikstiftung notwendig sind. Außerdem sind die bestehenden Leihverträge auf ihre Rechtssicherheit zu überprüfen.

Auch das Restitutionsverfahren muss vollständig geklärt werden. Es stellt sich die Frage: Wer hat überhaupt den Durchblick in dieser Angelegenheit? Die Linksfraktion wird dazu eine parlamentarische Anfrage stellen.

Nun geht es darum, die Bilder zurückzuholen. Ob dafür eine juristische Auseinandersetzung der richtige Weg ist, kann nur das Ministerium wissen, das alle Akten kennen muss. Herr Graf Henckel von Donnersmarck ist offensichtlich kein Freund der Wahrheit. Wie viel Rücksicht will das Ministerium noch nehmen? Nach allen Berichten ist auch davon auszugehen, dass Henckel von Donnersmarck den Käufer der Bilder ebenfalls im Unklaren über die wahren Besitzumstände gelassen hat. Mit ihm müssen dringend Gespräche geführt werden, um zu sondieren, ob er nicht auch an einer sauberen Klärung dieses Skandals interessiert ist“, so Dr. Klaubert abschließend.

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