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Machnig irrt - Neubau einer 380 kV-Leitung für den Ausbau erneuerbarer Energien nicht notwendig

"Warum Minister Machnig (SPD) beim Thema Energie immer wieder eine neue 380-kV-Leitung durch Thüringen favorisiert und damit den Netzausbau für erneuerbare Energie meint, ist mir ein Rätsel", sagt Petra Enders, Landtagsabgeordnete der LINKEN und Frontfrau des Widerstandes gegen diese "Monsterleitung".

"Extensiver Netzausbau mit immer neuen Leitungen ist wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn. Es gibt Alternativen!", sagt Frau Enders und nennt die Hochtemperaturseil-Technologie, die in anderen Industrieländern, wie Japan, den USA oder Großbritannien, im Einsatz ist und für die es in Mailand auch einen europäischen Anbieter gibt. Sie wisse auch, dass deutsche Netzbetreiber mit dieser Firma in Kontakt stehen. Was fehlt, seien die Rahmenbedingungen. Deshalb werde die Linksfraktion die Initiative ergreifen und im Thüringer Landtag einen Antrag stellen, der darauf zielt, dass modellhaft für das gesamte Bundesgebiet in Thüringen auf einer bestehenden 380-kV-Leitung die herkömmlichen Seile durch Hochtemperaturseile ersetzt werden.

"Wir brauchen Netzumbau und keinen Netzneubau", unterstreicht Petra Enders ihre Position. "Die Vorteile liegen auf der Hand. Selbst bei vorsichtiger Schätzung kann davon ausgegangen werden, dass mit einem Bruchteil der Kosten des Neubaus einer 380-kV-Leitung mindestens eine um deutlich mehr als 50 Prozent gesteigerte Übertragungskapazität erreicht werden kann."

"Wie man zu diesem Antrag steht, wird die Nagelprobe für den Durchbruch der erneuerbaren Energie sein. Man kann sich sehr wohl für erneuerbare Energie einsetzen und den Neubau einer weiteren 380-kV-Leitung durch Thüringen ablehnen", weist Petra Enders Kritik des Thüringer Wirtschaftsministers entschieden zurück. "Der von Machnig heute im Freien Wort bemühte Vergleich mit den Elektroautos hinkt. Es ist ein Witz, anzunehmen, dass, wer den Netzausbau ablehnt, Elektroautos bauen will und keine Straßen dafür. Meiner Meinung nach brauchen wir für Elektroautos keine neuen Straßen, sie sollen auf den vorhandenen fahren. Genauso wie das vorhandene, engmaschige Stromnetz in Deutschland mit fast 1,8 Mio. Kilometer Länge und davon über 35.000 km Höchstspannungsleitungen bei entsprechender Umrüstung mit Hochtemperaturseilen ausreichen wird, die Klimaziele zu erreichen. Die Zeit des extensiven Landschaftsverbrauchs ist vorbei. In der Energieversorgung werden künftig dezentrale Lösungen, der regionale Mix aus erneuerbarer Energie, die entscheidende Rolle spielen. Das sind die Zeichen der Zeit. Ich hoffe, Herr Machnig erkennt das noch!", so Petra Enders abschließend.

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