LINKE erteilt Ritual des Militarismus Absage

„Das öffentliche Gelöbnis in Gotha am morgigen Mittwoch ist nicht nur ein veraltetes Ritual des Militarismus, entstanden aus der Verpflichtung von Söldnern gegenüber den Herrschenden, es überhöht letztlich auch die Rolle der Wehrpflichtigen im Sinne des Mythos für ihren Dienstherrn tapfer kämpfender Soldaten“, so Martina Renner, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Gothaer Wahlkreisabgeordnete.

Wie tradiert und rückschrittlich das militärische Gelöbnis ist, wird, so Renner, auch in der Gelöbnisformel deutlich. Die Wehrpflichtigen bekennen sich nicht zur Verfassung und deren Grundwerten, sondern inhaltslos zum Staat und geloben in völkischer Verbundenheit, „tapfer das deutsche Volk“ zu verteidigen. „Gesellschaftliche Entwicklungen in den letzten 60 Jahren sind am Ritual selbst und an dessen Inhalt vollkommen vorbei gezogen“, resümiert Martina Renner und kündigt die Begleitung des Gelöbnisses durch Proteste von LINKE-PolitikerInnen an.

Als besonders befremdlich bezeichnet Renner die Tatsache, dass sich die Bundeswehr für ihr Gelöbnis ausgerechnet das Schloss Friedenstein in Gotha ausgesucht hat. „Eine Armee, die einen Umbau auf weltweite Intervention und Angriffsfähigkeit vollzieht, steht keinesfalls in der Tradition des Namens des Schlosses, der nach einem langjährigen Krieg die Sehnsucht nach Frieden zum Ausdruck brachte.“

„Thüringen muss ein Land des Friedens sein. Ziviler Umbau und Entmilitarisierung der Gesellschaft stehen auf der Tagesordnung. Militaristischen Ritualen sowie Rüstungsgeschäften als wirtschaftliche Erfolgsmeldung, wie am gestrigen Tag, erteilen wir eine klare Absage“, so Martina Renner abschließend.

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