Längeres gemeinsames Lernen: Gemeinschaftsschulen zum Erfolg führen

Mit Blick auf die Weigerung der Grundschule Ranis (Saale-Orla-Kreis), die zusammen mit einer Regelschule begonnene Umgestaltung der Schulen zu einer Gemeinschaftsschule ohne Trennung der Schüler nach Klasse 4 auch weiterhin fortzuführen, fordert Michaele Sojka den Bildungsminister auf, an der notwendigen Verbesserung des Schulsystems in Thüringen festzuhalten.

Dafür müssten natürlich die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, so die bildungspolitische Sprecherin der LINKEN weiter. Es sei aber das wichtigste Ziel, die viel zu frühe Trennung der Schülerinnen und Schüler nach Klasse 4 in Thüringen endlich zu überwinden. Frau Sojka bestärkt den Minister in seinem Vorgehen, fordert aber gleichzeitig eine konsequente Umsetzung des längeren gemeinsamen Lernens für alle Schüler. „Gerade einmal 15 von 915 allgemein bildenden Schulen in Thüringen sind seit den vollmundigen Ankündigungen von Minister Matschie den Weg zu einer Gemeinschaftsschule gegangen. Das ist nicht einmal der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, betont die Bildungsexpertin.

Sie verweist auf die Tatsache, dass mehr als 70 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer längeres gemeinsames Lernen aller Schüler fordern. Gerade deshalb sei ein Scheitern neu gegründeter Gemeinschaftsschulen, so wie es in Ranis nun der Fall sein könnte, ein schmerzlicher Rückschlag. „Es gibt keinen pädagogisch sinnvollen Grund, die Schüler bereits nach Klasse 4 in unterschiedliche Schulformen aufzuteilen, und damit gibt es aus pädagogischer Sicht auch keinerlei Gründe für eine zwingende Eigenständigkeit von Grundschulen“, unterstreicht die Abgeordnete.

Wichtig sei, so Frau Sojka abschließend, „die notwendigen Gelingensbedingungen für Gemeinschaftsschulen zu sichern, ohne dabei die bereits bestehenden Schulen zu benachteiligen“. Die Akteure vor Ort, also die Lehrer, Eltern und Schüler, müssten in diesen Prozess der Umgestaltung einbezogen und ernst genommen werden. „Dass man dabei auch auf Widerstand stößt, darf angesichts der letzten 20 Jahre konservativer, rückwärtsgewandter Bildungspolitik nicht verwundern.“

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