Kritik an Eigenlob der Firma „50Hertz Transmission GmbH“
Steffen Harzer, Energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, kritisiert die Firma „50Hertz Transmission GmbH“ für unreflektiertes Eigenlob. Anders könne man aktuelle Presseveröffentlichungen des Unternehmens nicht bewerten, so der Abgeordnete.
Man habe gelernt, mehr Geld für Ausgleichsmaßnahmen und -zahlungen auszugeben, man arbeite im Sinne der Umwelt für die Energiewende und und und... Das sei „nur Eigenlob ohne wirkliche Schlussfolgerungen“.
Das Unternehmen verliere anderseits „kein Wort zur Umweltzerstörung im Thüringer Wald, zur geplanten Umweltzerstörung in anderen Bereichen Südthüringens durch die 380kV-Trasse von Schalkau nach Grafenrheinfeld, durch das geplante Umspannwerk am Standort Schalkau, kein Wort über die Zerstörungen durch die geplante Gleichstromtrasse in Thüringen“. Es gebe auch keine Schlussfolgerungen zu bisherigen Argumenten und Protesten. Harzer vermisst Aussagen dazu, dass durch die Trassen gegenwärtig hauptsächlich Braunkohlestrom fließt, dass nicht die Erneuerbaren transportiert werden, im Gegenteil, da die Leitungen voll mit Braunkohlestrom sind, werden mittlerweile auch in Thüringen Anlagen für erneuerbare Energien abgeschaltet. „Man nennt das dann negative Regelleistung, hört sich an wie Null- oder Minuswachstum, ich sage dazu Geldverbrennung“, so Harzer.
Von „50Hertz Transmission GmbH“ sei kein Wort dazu zu vernehmen, dass 60 Prozent des Stromes in Thüringen, rein physikalisch gesehen, aus Braunkohle stammten, und dass der sogenannte Bündelungseffekt, der angegeben wird, schon alleine dadurch nicht greife, dass die A73 und die ICE-Trasse unter und die 380kV-Trasse über den Thüringer Wald geführt würden. „50Hertz Transmission GmbH“ schweige darüber, dass keine neuen Technologien eingesetzt werden, wie beispielsweise Verkabelungen und Hochtemperaturseile.
So wie 2003 geplant, werde gebaut. „Die Gewinne werden zeitnah bei 50 Hertz und seinen Eigentümern fließen, bezahlt von den Bürgern im Netzgebiet des Unternehmens“, so der Energieexperte der Linksfraktion. Mit der Begründung, dass Bayern 25 TW Strom fehlten, werde billiger Strom von den Bürgern im Osten bezahlt.
Der weitere geplante Netzausbau von „50 Hertz“ sei kapitalgetrieben, um die Gewinnmargen in den nächsten Jahren hoch zu halten, stellt Harzer dazu fest. Mit einer konsequent regionalen und dezentral ausgerichteten Energiepolitik in Deutschland und der entsprechenden Förderung und nachfolgend Einführung neuer Speichertechnologien ließen sich der weitere Netzausbau vermeiden und die Natur erhalten, betont der Abgeordnete abschließend.
