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Kalkulierte Geschmacklosigkeit von Spilker und Kollegen

Im letzten Jahr „überraschte“ die Erfurter Rechtsanwaltskanzlei Spilker & Collegen mit den ehemaligen Thüringer Ministern Scherer (Innen) und Birkmann (Justiz) die Öffentlichkeit mit einer Neujahrskarte, die nur als Meinungs- und Stimmungsmache gegen MigrantInnen muslimischen Glaubens verstanden werden konnte. Auf der Karte fanden sich Zitate Sarrazins, ein Bild einer Moschee neben dem Erfurter Dom sowie verkleidete arabische Märchenfiguren und die Frage „Erfurt im Jahr 2100?“.

In diesem Jahr polemisiert die Anwaltskanzlei gegen Griechinnen und Griechen. Unter der Überschrift „Ist die Währung erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert“ posieren in vermeintlichen griechischen Folklorekostümen Spilker, Birkmann, Scherer und Kollegen.
Die Geschmacklosigkeit wird spätestens dann sichtbar, wenn etwa zeitgleich bekannt wird, dass jeder fünfte Bürger in Griechenland unter oder an der Armutsgrenze lebt. 27,7 Prozent der Betroffenen haben sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren, heißt es in dem heute veröffentlichten Bericht des statistischen Amtes in Athen (ELSTAT). In Griechenland liegt die Armutsgrenze für eine Familie mit vier Mitgliedern bei einem jährlichen Einkommen von etwa 15 000 Euro.
„Die damit verbundene Kaufkraft liegt für die InitiatorInnen der Neujahrskarte mit Sicherheit außerhalb der eigenen Vorstellungswelt. Die Anwälte sollten sich lieber an der seit Wochen laufenden Lebensmittelkampagne für Bedürftige in Griechenland beteiligen, anstatt Ressentiments gegen einen Teil der europäischen Bevölkerung zu verbreiten. Europafeindlichkeit und nationaler Chauvinismus sind Ausdruck einer antidemokratischen Haltung und kein Späßchen zum Neujahr. Die Karte ist nicht humorvoll, sie ist geschmacklos“, so die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Martina Renner.

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