Jubelmeldungen sind mit gigantischem Zuwachs von Billiglöhnen erkauft

Angesichts vermeintlicher Jubelmeldungen zu den Arbeitslosenzahlen erklärt Ina Leukefeld, Sprecherin für Arbeitsmarktpolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Auch wenn man uns glauben machen will, wir seien auf einer Schnellstraße zur Vollbeschäftigung unterwegs, sollten wir einen wachen Blick für die tatsächliche Situation behalten. Neben all den Tricks zum Schönen der Arbeitslosenstatistik haben wir heute schon amerikanische Verhältnisse – auch in Thüringen. Viele Menschen kommen nur mit zwei, drei Nebenjobs überhaupt über die Runden.“

Von einer wirklichen Trendwende sei Thüringen weit entfernt. „Mehr als 60.000 Thüringer sind erwerbstätig und müssen dennoch mit Hartz IV den spärlichen Lohn aufstocken. Viele Arbeitnehmer, darunter vor allem Frauen, sind froh, wenn sie überhaupt stundenweise einer Arbeit nachgehen können. Der derzeitige Wirtschaftsaufschwung muss genutzt werden, um anspruchsvolle Arbeitsplätze zu schaffen, die vernünftig entlohnt werden und unbefristet sind“, fordert die Arbeitsmarktexpertin der LINKEN.

Um Dumpinglöhne zu verhindern und das Lohngefüge nicht weiter nach unten abrutschen zu lassen, müsse endlich ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden. Darüber hinaus gehöre eine tarifgerechte Entlohnung ebenfalls zu den Standards der Vollbeschäftigung. „Wer bei Niedriglöhnen europäischer Exportweltmeister ist, lebt auf Kosten der anderen EU-Länder und braucht sich nicht zu wundern, dass die Stabilität in Europa gefährdet ist. Politik muss handeln, statt auf der Schnellstraße, benebelt von scheinbaren Erfolgen, in den nächsten Crash zu steuern“, so Frau Leukefeld abschließend.

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