Jörg Kubitzki warnt vor einem Pflegenotstand in Thüringen

Unter Verweis auf Meldungen des Statischen Landesamts, wonach Thüringen 2009 mit 3,4 Prozent unter allen Bundesländern den zweithöchsten Anteil von Pflegebedürftigen an der Bevölkerung des Landes aufwies, spricht der Sozialexperte der LINKEN im Thüringer Landtag, Jörg Kubitzki, von alarmierenden Zahlen und warnt vor einem Pflegenotstand.

Dieser sei vorprogrammiert angesichts der Situation bei den Pflegefachkräften, wie auch der Bericht der Landesregierung zur Gesundheitswirtschaft in Thüringen unterstreiche, so der Abgeordnete weiter. Laut der Studie „Fachkräfteentwicklung in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ des Instituts für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena würden in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft in den nächsten fünf Jahren 22.300 Fachkräfte und innerhalb der nächsten zehn Jahre 43.500 Fachkräfte benötigt.

„Allein im Altenpflegebereich werden Thüringen bis zum Jahr 2020 voraussichtlich etwa 15.000 Beschäftigte fehlen“, sagt Kubitzki und fordert die Landesregierung zum Handeln auf. Der Abgeordnete verweist auf parlamentarische Initiativen der Linksfraktion im Thüringer Landtag, die u.a. gefordert hatte: Finanzierung des dritten Umschulungsjahres zur Pflegefachkraft durch ein landeseigenes Programm; Schaffung von Möglichkeiten zur verkürzten berufsbegleitenden Ausbildung von langjährig in der Pflege tätigen Personen als Pflegefachkraft, wie z. B. Heilerziehungspfleger oder Familienpfleger.

Auch habe die LINKE die Landesregierung zu einer Bundesratsinitiative aufgefordert, damit die Finanzierung der Ausbildungsvergütung, die gegenwärtig einseitig zu Lasten der zu Pflegenden in den Ausbildungseinrichtungen geht, verändert wird. Zudem müsse es zu einer Anerkennung von Qualifikationen zugewanderter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Pflegebereich kommen.

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