Hebammen-Proteste der zurückliegenden Wochen sind von einem ersten kleinen Erfolg gekrönt
"Der jetzt erzielte Kompromiss ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, könnte sich aber als Phyrrus-Sieg erweisen, denn die wirklich anfallenden Kosten der Hebammen für die Begleitung der Frauen bei der Geburt bzw. für die nachgeburtliche Betreuung werden damit bei weitem nicht gedeckt", sagt die gleichstellungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Karola Stange, in Reaktion auf den Schiedsspruch zwischen dem Bundesverband der Hebammen und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen.
Die Hebammenvergütung wird rückwirkend zum 1.7.2010 für außerklinische Geburten um 100 Euro auf 537 Euro und bei klinischen Geburten um 8 Euro auf 244 Euro steigen. Die Erhöhung der Vergütung ist vor allem auch deshalb notwendig, da die Haftpflichtprämie für Hebammen zwischen 2007 und 2010 um über 200 Prozent gestiegen ist und derzeit etwa 3.700 Euro beträgt. "Wer will, dass Hebammen auch weiterhin einen großen Beitrag zur Sicherung des Kindeswohls in Form von Familienhebammen leisten, muss auch bereit sein, dafür entsprechende Gelder zu zahlen. Eine wirkliche qualitätsgerechte Bezahlung der Hebammen muss unverzüglich auf den Weg gebracht werden", so Frau Stange weiter.
Die Gleichstellungspolitikerin der LINKEN wird in den kommenden Wochen weiterhin gemeinsam mit dem Thüringer Verband der Hebammen für bessere finanzielle Rahmenbedingungen streiten. Eine dringende Aufgabe sei die Verbesserung der Bezahlung von Wegepauschalen und von Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskursen.
