Gute Noten beim Heim-TÜV sind nur eine Seite der Medaille

Die veröffentlichten Zahlen der Pflegekassen über die Qualitätskontrollen der Thüringer Pflegeheime beweisen, dass in der Mehrzahl der kontrollierten Heime durch das Pflegepersonal eine aufopferungsvolle Arbeit geleistet wird, sagt der sozialpolitische Sprecher der Linksfraktion im Thüringer Landtag Jörg Kubitzki im Anschluss an die Pressekonferenz zur Vorstellung der Bewertungen für Pflegeheime. Allerdings, so Kubitzki, "zeugen die verhältnismäßig wenigen Kontrollen auch davon, dass die Voraussetzungen für kontinuierliche Qualitätskontrollen fehlen". Bisher wurden von den mehr als 300 Einrichtungen in Thüringen nur 132 Pflegeheime bewertet.

Wenn der Gesetzgeber regelmäßige Kontrollen festlegt, so müsse auch der Medizinische Dienst der Pflegekassen dazu personell auch in die Lage versetzt werden. Das sei allerdings nicht der Fall. "So müssen Pflegebedürftige auf die Einstufung ihrer Pflegebedürftigkeit oft sehr lange Wartezeiten auf sich nehmen, bevor der MDK zum Hausbesuch kommt", kritisiert der Sozialpolitiker der LINKEN.

Noch wichtiger als die Verbesserung der personellen Situation des MDK sei die Vorlage eines neuen Heimgesetzes in Thüringen. "Nur die gesetzliche Festlegung eines hohen Fachkräfteschlüssels für die stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen gewährleistet eine gute Pflegequalität", begründet der Linksfraktionär. Kubitzki stellt aber auch fest, dass sich jeder darüber bewusst sein müsse, dass Qualität nicht zum Nulltarif zu bekommen ist. So sei eine angemessene Vergütung der Pflegeleistungen notwendig, die die Kosten eines hohen Qualitätsmanagements und eine tarifliche Bezahlung der Pflegekräfte gewährleistet. Laut Kubitzki ist Thüringen nach wie vor das Bundesland mit der geringsten Vergütung für Pflegeleistungen. "Diese rote Laterne muss abgegeben werden, damit auch endlich wieder gut ausgebildete Pflegekräfte in Thüringen bleiben", so der Abgeordnete der LINKEN abschließend.

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