Gemeinschaftsschule nur als Angebot - versprochener Systemwechsel fällt aus

Als "Mogelpackung" bezeichnet Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE, das heute vorgestellte Konzept zur Gemeinschaftsschule. "Anstatt tatsächlich längeres gemeinsames Lernen für alle anzubieten, wird dem bestehenden Schulsystem nur eine weitere Schulform hinzugefügt. Damit verabschiedet man sich vom Wahlversprechen."

Versprochen hatte die SPD vor der Wahl längeres gemeinsames Lernen für alle Schülerinnen und Schüler und eine Überwindung der Trennung nach Klasse 4.

"Was hier als grundlegende Neuerung und Systemwechsel in der Schulpolitik von Bildungsminister Matschie angepriesen wird, ist nicht mehr als eine fatale Scheinlösung, um möglichst viele und insbesondere den Koalitionspartner CDU ruhig zu stellen", konstatiert der Oppositionsführer der LINKEN.

"Alles, was Minister Matschie nun als Erneuerung der Schullandschaft ankündigt, ist im Rahmen der bestehenden und durch die CDU in jahrelanger Alleinherrschaft verantworteten Schulgesetzgebung auf freiwilliger Basis bereits jetzt umsetzbar", stellt Ramelow fest. Schulen mit gemeinsamem Unterricht vom Schuleintritt bis zum Abitur gebe es längst. Den wirklich notwendigen Schritt, die Trennung des größten Teils der Schüler nach Klasse 4 zu überwinden, dazu sei Minister Matschie nicht bereit.

Mit der Regelschule Stadtilm sei heute ein Beispiel dafür präsentiert worden, wie durch eine einfache Namensänderung der Eindruck von Schulreform vermittelt werden soll. Dabei habe die präsentierte Schule keine Hinweise darauf gegeben, wie das längere gemeinsame Lernen vor Ort gestaltet werden soll, denn weder die Verknüpfung von Grund- und Regelschule noch die Angebote einer gymnasialen Oberstufe oder Kooperationen mit Gymnasien seien in der Vorstellung thematisiert worden.

Mehr aktuelle Themen