Gedenken an die Opfer wach und lebendig halten!

Mit Blick auf die Gedenkfeiern anlässlich des 66. Jahrestages der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora, die heute mit der Veranstaltung des internationalen Buchenwald-Komitees auf dem Ettersberg ihren Abschluss finden, mahnt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Bodo Ramelow, die Erinnerung an die schrecklichen Verbrechen des Nationalsozialismus und deren Millionen Opfer wach und lebendig zu halten.

„Gerade die Erfahrung, dass Holocaust und Vernichtungskrieg durch die deutsche Bevölkerung mit großer Mehrheit letztendlich getragen und unterstützt wurden, muss ständige Mahnung an uns sein, menschenverachtenden Denkansätzen keinen Raum zur Entfaltung zu geben. Das heißt: konsequent dort zu widersprechen, wo Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Weltanschauung oder anderer tatsächlicher oder behaupteter individueller Merkmale Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt sind.“
Das einzigartige Verbrechen der industriellen Massenvernichtung von Menschen hatte nicht seinen Ursprung im Bau der Vernichtungslager. Es fand dort seinen Beginn, wo Menschen zur NS-Rassenideologie schwiegen oder ihr erst still und später unverhohlen zustimmten, wo sie die Arbeitsplätze von Jüdinnen und Juden übernahmen oder sich an deren Eigentum bereicherten. „Der Holocaust begann in den Köpfen der Menschen und fand in Auschwitz seine bis dahin unvorstellbarste Form eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit“, so Ramelow weiter.

Die Gesellschaft dürfe heute nicht wegsehen, wenn Rechtsextremisten gegen Menschen hetzen, und dürfe sich nicht an das Vorhandensein rechtsextremistischer Parteien als vermeintliche Normalität in einer pluralen Gesellschaft gewöhnen. „Rechtsextremismus und deren Protagonisten stehen außerhalb eines jeden denkbaren Konsens einer demokratisch verfassten Gesellschaft. Ideologien in der Tradition des Nationalsozialismus brauchen eine deutliche Gegenreaktion einer breiten Gesellschaft, damit nicht wieder entsteht, was hätte nie entstehen dürfen“, sagt Ramelow abschließend.

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