Forum der Linksfraktion: Genossenschaften sind wichtiges Zukunftsmodell
Am heutigen Sonnabend, dem Internationalen Tag der Genossenschaften, deren Bedeutung von der UNO durch die Ausrufung des diesjährigen Internationalen Jahrs der Genossenschaften gewürdigt wird, hat die LINKE-Fraktion auf einem Forum im Erfurter Landtag über die Genossenschaften als wichtiges Zukunftsmodell solidarischer Ökonomie diskutiert. Mit etwa 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, unter ihnen Engagierte aus landwirtschaftlichen und insbesondere auch Energiegenossenschaften, wurden Erfahrungen ausgetauscht und vor allem Impulse für die weitere Entwicklung des Genossenschaftsgedankens gesetzt.
Vor dem Hintergrund der ungezügelten globalen Finanzspekulationen betonte in seinen grundsätzlichen Ausführungen der LINKE-Fraktionsvorsitzende Bodo Ramelow die Notwendigkeit eines „regionalen, dezentralen und regenerativen Umsteuerns“ mit Blick vor allem auch auf den Umbau der Energiewirtschaft. Hier könnten Bürgergenossenschaften im Zusammenwirken mit den Stadtwerken in Thüringen hinsichtlich der regionalen Stromversorgung und -produktion künftig eine wichtige Rolle spielen. Nicht zuletzt sind „Genossenschaften ein entscheidendes Element zur Demokratisierung gesellschaftlicher Prozesse“, betonte Ramelow.
Um ein Mindestmaß an Grundversorgung im ländlichen Raum auch perspektivisch zu gewährleisten, seien beispielsweise von Genossenschaften getragene Bürgerläden eine Alternative, hatte der langjährige Präsident des Mitteldeutschen Genossenschaftsverbandes, Dietmar Berger, hervorgehoben. Die Fördermöglichkeiten durch die Länder müssten verbessert werden, wobei Thüringen hierzu bereits gute Signale gebe, so auch hinsichtlich der Unterstützung von Gruppengründungen durch ehemalige Schlecker-Beschäftigte. Die LINKE Landtagsabgeordnete Ina Leukefeld verwies auf den Antrag ihrer Fraktion für die nächste Landtagssitzung zur Anschubfinanzierung für ein Dorfladenprogramm in Thüringen. Nach ihren Angaben gibt es derzeit im Freistaat etwa 400 Genossenschaften mit rund 34.000 Mitgliedern, dabei seien Energiegenossenschaften – bisher 13 in Thüringen – stark im Kommen.
Gründerinnen und Gründer der Genossenschaft FairWohnen i.G – unter ihnen die LINKE Bundestagsabgeordnete Barbara Höll, aber auch Thüringer Landtagsabgeordnete, wie Bodo Ramelow und Heidrun Sedlacik, – berichteten, wie sie damit dem drohenden Verkauf von TLG-Wohnungen an große Privatinvestoren begegnen wollen.
