Es muss eine IBA des ländlichen Raumes sein

Die Linksfraktion begrüßt die Entscheidung zur Internationalen Bauausstellung 2023 in Thüringen. „Die Erfahrungen anderer Bundesländer zeigen, dass eine Bauausstellung, die die Städte und Dörfer zum Labor der Zukunft macht, vor Ort und für das ganze Land positive Effekte erzielen kann“, betont Heidrun Sedlacik.
 
Die Abgeordnete der LINKEN verweist insbesondere auf die Folgen von demografischem Wandel und Abwanderung, denen mit Kreativität begegnet werden müsse. „Allen voran steht die Frage, welchem planungs- und strukturpolitischem Problem in Thüringen durch die IBA begegnet werden soll, um welche Laboridee es also vorrangig geht?“, unterstreicht die wohnungspolitische Sprecherin der LINKEN die anstehenden Aufgaben.

Dabei sei es aus Sicht der Linksfraktion „nicht die IBA der Stadt, sondern es muss eine IBA des ländlichen Raumes sein, die die Aspekte der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, wie Demografie, Infrastrukturentwicklung und Energiebereitstellung, reflektiert“,  greift Frau Sedlacik ein Zitat der Ingenieur- und Architektenkammer Thüringen auf und erklärt: „Es geht um eine Bauausstellung, die Thüringen gesamtgesellschaftlich als Ganzes einschließlich der sozialen Dimension betrachtet.“

Das Leitmotto der Landesentwicklungsplanung „Kulturlandschaften weiterentwickeln“ hält die LINKE für einen guten Ansatz, der nun auch im Rahmen der IBA „Wandel wird Kulturlandschaft“ zum Tragen kommen soll. Die IBA müsse als Querschnittsaufgabe erkannt und u.a. in Verbindung zur laufenden Erarbeitung des Kulturkonzeptes gestellt werden. Auch die soziale Dimension darf nicht unberücksichtigt bleiben. Insofern müsse die IBA als Planungsinstrument für Stadt- und Regionalentwicklung gesehen werden und dürfe „nicht lediglich Anlass einer Präsentation sein“, so die Abgeordnete weiter. All dies aber erfordere „Öffentlichkeit und transparente Gestaltung unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie des Parlaments“, sagt Heidrun Sedlacik und kündigt einen Selbstbefassungsantrag im Bauausschuss an, der die Landesregierung auffordert, über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie IBA zu berichten.  

Die IBA sei zwar kein finanzielles Förderinstrument, dennoch hänge ihr Erfolg natürlich von den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln ab, „und somit sind auch in diesem Zusammenhang die Kürzungen der Städtebauförderung sehr kontraproduktiv“, so die Landespolitikerin abschließend.

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