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Es geht vielmehr um die generelle Ausrichtung der Hochschulbildung

„Der Glaube, mit Strukturveränderungen oder Zusammenlegungen im Hochschulbereich etwas zu sparen, wie das jetzt mit den Vorschlägen von CDU-Generalsekretär Mario Voigt zum Ausdruck kommt, ist ein Irrglaube“, sagt die Hochschulpolitikerin der Linksfraktion, Dr. Karin Kaschuba, und meint, „offensichtlich soll getestet werden, wie weit man gehen könnte“.

Darüber hinaus zeugten die angeblich ausgemachten Effizienzmängel und Studienangebots-Dopplungen von Unkenntnis der Thüringer Hochschulen. „Beides gibt es nicht, und dies könnte sich auch keine der Einrichtungen überhaupt leisten“, erklärt die LINKE Abgeordnete und betont: „Es wäre viel gewonnen, wenn man zunächst einmal nüchtern festhalten würde, wo die eigentlichen Probleme Thüringens im Hochschulbereich liegen.“

Als erstes und grundlegendes Problem nennt Frau Dr. Kaschuba die trotz diverser Hochschulpakte „generelle und langjährige Unterfinanzierung der Hochschulen“. Und mittels Exzellenzförderprogrammen des Bundes sei bundesweit die Kluft zwischen „armen“ und „reichen“ Hochschulen noch  vertieft worden. Hinzu komme der „einseitige Bildungsbegriff, der Hochschulen mit einem Tunnelblick auf die Bedürfnisse der Wirtschaft betrachtet und daraus betriebswirtschaftlich determinierte Schlussfolgerungen zieht“. Dies gehe an den Anforderungen an Bildungseinrichtungen der Wissensgesellschaft gehörig vorbei.

„Und drittens wurde der eigentlich positive Ansatz der Bologna-Reform, eine europaweite Vergleichbarkeit von Studium und Abschlüssen, ins Gegenteil verkehrt. Neben einer starken Verschulung haben ‚Schmalspurbildung’ und Nicht-Anerkennung von Studienleistungen und -abschlüssen Einzug gehalten“, begründet die Abgeordnete. Die im Rahmen der Föderalismusreform geförderte Kleinstaaterei tue ein Übriges. Abschließend unterstreicht die LINKE Politikerin, dass es „um die generelle Ausrichtung der Hochschulbildung geht, nicht um weitere kosmetische Korrekturen“.

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