Erdfall von Tiefenort wirft offene Fragen auf!
"Weil es im Zusammenhang mit den tragischen Vorgängen um den Erdfall in Tiefenort noch offene Fragen gibt und die Landesregierung in der jüngsten Umweltausschusssitzung des Landtags meist nur ausweichende Antworten gab, prüft DIE LINKE eine öffentliche Anhörung im Landtag", informiert der Landtagsabgeordnete der LINKEN, Frank Kuschel.
Der Landtagsabgeordnete war heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Umweltausschusses des Thüringer Landtags, Tilo Kummer (DIE LINKE), in Tiefenort, um sich vor Ort ein Bild über die Situation der betroffenen Familien zu machen.
"Gegenwärtig lehnt die Landesregierung eine unmittelbare Verantwortung für die Folgen des Erdfalls ab. Das Land will zwar mit zinsgünstigen oder zinsfreien Darlehen helfen, was aber kaum eine wirkliche Hilfe für die Betroffenen darstellt", informiert Kuschel.
"Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Landesregierung von vornherein einen Zusammenhang des Erdfalls mit früheren Bergbauaktivitäten ausschließt", kritisiert Frank Kuschel. In der Region habe es lange Zeit Bergbauaktivitäten gegeben und es sei u. a. ungesättigte Salzlauge in den Untergrund verpresst worden. Dadurch könnten Hohlräume entstanden sein, die den Erdfall letztlich auslösten.
Zudem müsse untersucht werden, ob das Einbringen der so genannten Betonplombe mit einem Gewicht von rund 400 Tonnen in einen früheren Erdfall nicht das jetzige Schadensereignis zumindest verstärkt hat. "Die Landesregierung darf sich weiterer Untersuchungen in alle Richtungen nicht verschließen", fordert der Linkspolitiker.
Sollte der Erdrutsch auf frühere Bergbauaktivitäten zurückzuführen sein oder sich das Einbringen der Betonplombe als Fehler herausstellen, hätten die Betroffenen möglicher Weise Schadensersatzansprüche gegenüber dem Land. Um hier Klarheit zu schaffen, will DIE LINKE dem Umweltausschuss eine öffentliche Anhörung vorschlagen. Unabhängige Sachverständige sollten dabei die Vorgänge in Tiefenort gutachterlich bewerten.
Eine solche Anhörung wird es aber nur geben, wenn zumindest einige Ausschussmitglieder die Regierungsparteien von CDU und SPD zustimmen. "Wenn die Landesregierung an der Klärung offener Fragen interessiert ist, dürften sich CDU und SPD einer solchen öffentlichen Anhörung von unabhängigen Gutachtern nicht verschließen", so Kuschel abschließend.
