Einheit von Grundschule und Hort in Gefahr

Auf Antrag der Fraktion DIE LINKE hat heute der Landtag in einer Aktuellen Stunde über die unsichere Zukunft der Thüringer Grundschulhorte diskutiert. „Es wächst die Gefahr, dass mit der immer wahrscheinlicher werdenden Kommunalisierung des Hortpersonals an allen Grundschulen in Thüringen die organisatorisch-pädagogische Einheit von Schule und Hort zerschlagen wird“, protestiert Michaele Sojka, Bildungsexpertin der LINKEN.

„Vor mehr als sechs Jahren ging eine Protestwelle durchs Land, als unter der CDU-Althaus-Regierung die Erzieherinnen und Erzieher an den Grundschulhorten in die Trägerschaft der Kommunen überführt werden sollten. Mit Bildungsminister Matschie macht sich nun einer der damals größten Gegner der Kommunalisierung und letztlich Zerschlagung der Grundschulhorte zum Vollstrecker ebendieser falschen Politik“, protestiert Frau Sojka. „Entsprechende Gerüchte wollen und können weder der SPD-Minister noch die SPD-Fraktion entkräften. Matschie und die von ihm geführte SPD sind dabei, eine bildungspolitische Kehrtwende ohne Gleichen zu vollziehen, ein Paradebeispiel für politische Unglaubwürdigkeit zu liefern.“

Mit der Überführung der Horterzieherinnen von der Trägerschaft des Landes auf die der Kommunen werde es künftig zwei Dienstherren für das Personal an allen Grundschulen geben. Damit werde die dringend notwendige Einheit von Bildung und Betreuung innerhalb und außerhalb des Unterrichts an den Schulen erschwert oder ganz in Frage gestellt. Schon jetzt zeige sich dieses Problem in Modellregionen, wo sich das Hortpersonal bereits probeweise in der Trägerschaft der Kommunen befindet, so die Abgeordnete weiter. Einen Ausbau von Ganztagsangeboten in Verbindung mit einer stärkeren Rhythmisierung des Unterrichts könnten und würden Kommunen auf Grund fehlender Finanzkraft wohl kaum leisten.

„Wenn bereits mit dem Haushalt 2013 die 1333 Erzieher-Stellen in den übertragenen Wirkungskreis an die Landkreise abgegeben werden sollen, ermöglicht das zwar den ehrgeizigen Personalabbaupfad des Finanzministers, spart aber überhaupt kein Geld im Bildungsministerium. Es sei denn Matschie lässt sich ähnlich wie bei der Kita-Finanzierung wieder komplett austricksen!", sagt Sojka abschließend.

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