Dr. Klaubert zum Kulturkonzept: Stark angefangen und dann nachgelassen?

"Das seit langem versprochene Kulturkonzept der Landesregierung liegt nun endlich vor und ich bedanke mich vor allem bei den beteiligten Vereinen und Verbänden für ihre Mithilfe und die Zuarbeiten aus der Praxis", erklärt die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Thüringer Landtag, Dr. Birgit Klaubert, nach Vorstellung der kulturpolitischen Vorhaben der Landesregierung.

"Grundsätzlich kann ich dem Konzept viel Positives abgewinnen. Es zeugt von einem ganzheitlichen und auch zukunftsorientierten Kulturverständnis des zuständigen Ministeriums, was ich sehr begrüße. Ebenso werden für viele Kulturfelder klare Handlungsstrategien benannt und viele Probleme auch endlich öffentlich anerkannt, die es nun zu lösen gilt", so die Kulturpolitikerin. Als besonders positiv unterstrich die Linksfraktionärin die Schwerpunktsetzungen im Bereich der kulturellen Bildung und der interdisziplinären Vernetzung der Kulturfelder und verschiedenen Einrichtungen in den einzelnen Bereichen. Auch die in Aussicht gestellte Erhöhung der Planungssicherheit durch längere Projektförderzeiträume bei Trägern, vorrangig im Bereich der Soziokultur und der freien Szene, lässt die kulturpolitische Sprecherin der LINKEN auf praktische Verbesserungen hoffen. "Planungssicherheit und wirtschaftlich tragfähige Strukturen müssen auch für die institutionell geförderten Einrichtungen sichergestellt werden, und zwar weit über diese Legislaturperiode hinaus. Dieses Konzept ist daher sozusagen die Grundlage für eine zukunftsorientierte und langfristige Fortschreibung des kulturellen Selbstverständnisses Thüringens", konstatiert die Altenburger Abgeordnete.

Doch offensichtlich sind die Zukunftsvorstellungen für das Kulturland Thüringen bereits während der Erarbeitung des Kulturkonzepts durch den Regierungspartner gekappt worden und der zuständige Minister ist eingeknickt. "Ich bin auch nach wie vor der Meinung, dass in Thüringen ein Kulturfördergesetz mit einem solidarischen Kulturförderausgleich sinnvoll ist, auch wenn dies im Kulturkonzept als nicht zielführend beschrieben wird. Der nun verankerte ,Kulturlastenausgleich' ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch der Weg zu wirklicher Kulturförderung ist lang", so Dr. Klaubert.

"Ich kann nur hoffen, dass die CDU sich nun nicht weiter auf die Rolle der Verhinderin einspielt und somit die Umsetzung der kulturpolitischen Aufgaben blockiert. Das wäre ein Armutszeugnis und ein massiver Fehler, denn die Thüringer Kulturlandschaft braucht jetzt sinnvolle Rahmenbedingungen zur Ausschöpfung ihrer Potenziale und der Kulturminister offensichtlich Rückendeckung von der Opposition", so die LINKE-Politkerin abschließend.

  • <media 8864 _top external-link-new-window>Kultur für alle (Flyer der Linksfraktion im Thüringer Landtag)</media>
  • <media 3473 _top external-link-new-window>Broschüre: "Kultur fördern" der Linksfraktion im Thüringer Landtag</media>

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