Dr. Birgit Klaubert: Landesregierung sitzt Theater-Finanzierungsprobleme aus

"Dass die Landesregierung die Neuordnung der Theaterfinanzierung nicht konsequent angeht, die Verantwortung einfach zwischen den Ministerien hin und her schiebt und somit die Probleme für die Betroffenen nur noch mehr verschärft, ist ungeheuerlich", konstatiert die Kulturpolitikerin der Linksfraktion, Dr. Birgit Klaubert, nach der heutigen Sitzung des Ausschusses für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Auf Antrag der LINKEN wurde in der letzten Landtagssitzung die Situation der Thüringer Theater und eine von der Fraktion vorgeschlagene Neuordnung der Kulturförderung behandelt und nach hitziger Debatte in den Ausschuss überwiesen. "Ich hatte gehofft, im Ausschuss mit allen Fraktionen und vor allem mit der Koalition eine Ziel führende Beratung haben zu können", so Klaubert. "Leider wurde heute einmal mehr deutlich, dass die Landesregierung die Probleme lieber aussitzt." Sowohl das Theater in Eisenach als auch das letzte Fünf-Sparten-Theater Thüringens in Altenburg und Gera stehen vor großen finanziellen Problemen. Zwar hatte die Stadt Eisenach in ihrer letzen Stadtratssitzung überraschend bekannt gegeben, dass sie wenigstens im nächsten Jahr das Geld aufbringen könnte, aber wie heute bekannt wurde, bedarf dies noch der Zustimmung des Landesverwaltungsamts. Sollte diese bis morgen Mittag nicht erfolgen, muss der Stiftungsrat laut Vorsitzendem Prof. Deufel die "unternehmerische Entscheidung zugunsten der Stiftung treffen". Dies bedeutet, dass die Kündigungen für die 92 Beschäftigten des Theaters ausgesprochen werden müssten.

"Zwar geht Minister Matschie ja von einer positiven Rückmeldung des Landesverwaltungsamtes aus, aber welche Schritte er bei einem negativen Bescheid einleiten kann und will, hat er heute auch auf Nachfrage nicht mitgeteilt", bemerkt die Kulturpolitikerin der Linksfraktion, "Ebenso wenig gab Matschie Auskunft über die noch immer nicht vorhandene Finanzierungsvereinbarung für das Theater Erfurt."

Birgit Klaubert beantragte im Ausschuss, die Beratung über den eingebrachten Antrag noch nicht zu schließen, sondern ihn erst auf einer der nächsten Sitzungen abschließend zu behandeln, um auch die neusten Entwicklungen in die Beratungen einfließen zu lassen. Die Koalition stimmte dagegen. "Es ist einfach nur unfassbar, dass die Koalition die Debatte über die Thüringer Theater für beendet erklärt. Schließlich geht es hier nicht nur um unser kulturelles Erbe, sondern auch um Menschen. Diese Landesregierung lässt wissentlich ein Kultursterben zu und befördert auch weiterhin den Kulturkannibalismus. Dem werden wir uns auch entschieden entgegen stellen", so Dr. Klaubert abschließend.

 

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