DIE LINKE thematisiert Situation von Saisonarbeitskräften in Landtagssitzung
Im Nachgang des schweren Arbeitsunfalls auf dem Erdbeerhof in Gebesee stellt sich für die Sprecherin für Landwirtschaftspolitik der Fraktion DIE LINKE die Frage, welche Mechanismen in Thüringen greifen, damit für Arbeitskräfte, insbesondere auch Saisonarbeitskräfte, die gesetzlich vorgeschriebenen Rechte und Bedingungen greifen und eingehalten werden. „Natürlich ist es auf Grundlage des Gesetzes die Pflicht des Arbeitgebers, solche Bestimmungen einzuhalten“, stellt Dr. Johanna Scheringer-Wright fest.
Aber offenbar sei die Situation in der Praxis nicht immer so, wie sie nach den Vorschriften sein müsse, das zeige dieser schwere Arbeitsunfall ganz deutlich. Die Berichte von einzelnen Arbeiterinnen bei der Gewerkschaft IG BAU zeigten auch, dass viele Saisonarbeitskräfte bei Problemen völlig allein gelassen werden. Das fremde Land, die Sprachschwierigkeiten, die Isolation erschwerten es den Betroffenen, Austausch und Hilfe zu finden, wenn es mit den Arbeitgebern zu Unstimmigkeiten kommt oder wenn die Arbeits- und Unterbringungsbedingungen schlecht sind. „Daher muss auf Landesebene eine Hotline eingerichtet und die Information darüber den Saisonarbeitskräften gleich bei der Aushändigung der Arbeitserlaubnis in mehreren Sprachen bereit gestellt werden. So kann bei Problemen gleich an der richtigen Stelle angerufen werden“, fordert Frau Scheringer-Wright. Darüber hinaus werde sie in einer Mündlichen Anfrage während der bevorstehenden Landtagssitzung Aufklärung über die Situation in Gebesee einfordern.
