DIE LINKE kritisiert neue Schulordnung
„Die neue Schulordnung ist ein fauler Kompromiss zwischen konservativer, rückwärtsgewandter CDU-Schulpolitik und inkonsequenten Reformversuchen des SPD-Bildungsministeriums. Zu viele Lücken bleiben bestehen, so dass selbst hervorragende und mehrfach ausgezeichnete Schulen wie die Jenaplanschule in Jena in der Gestaltung einer modernen Schule eingeschränkt oder behindert werden“, sagt Michaele Sojka, Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, nach der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses.
„Während CDU aber auch FDP an einer Schule nach preußischem Vorbild festhalten, kann die SPD mit weichgespülten Kompromissen ihre an sich positiven Schulreformansätze nur ansatzweise umsetzen“, so Frau Sojka weiter.
Mit der neuen Schulordnung würden die Schulen nicht den notwendigen Gestaltungsspielraum erhalten, den sie für die Umsetzung eigener pädagogischer Konzepte brauchten. Auch weiterhin bleibe die Eigenverantwortung der Schulen zu stark eingeschränkt. So könnten sie nicht selbst über die Bewertungsformen von Lernleistungen und -prozessen oder über die Frage eines generellen Verzichts auf das Sitzenbleiben entscheiden. Es sei nicht nachvollziehbar, warum dies nur den Gemeinschaftsschulen möglich sein soll. „Auch ist der Weg bis zum Erlangen der Hochschulreife viel zu stark reglementiert. Leider liegt es nicht in der Verantwortung der Schulen, ob Schüler in 12 oder 13 Jahren zum Abitur geführt werden“, konstatiert die Bildungsexpertin der LINKEN. Eine Gemeinschaftsschule, die wie jetzt vorgeschrieben, in 12 Schuljahren zum Abitur führen muss, könne nicht den Ansprüchen einer modernen Schule ohne Trennung der Schüler gerecht werden. Hervorragende Schulen wie die Jenaplanschule in Jena, die seit 20 Jahren eine Gemeinschaftsschule ist und sich seit einem Jahr so nennen darf, würden damit gezwungen, die Schüler bereits mit Klasse 9 und eher innerhalb der Schule getrennt auf unterschiedlichen Leistungsniveaus (Realschulabschluss vs. Abitur) zu unterrichten. Damit werde das Schulkonzept der Jenaplanschulen grundsätzlich in Frage gestellt.
„Es ist im höchsten Maße beunruhigend, dass in 19 Jahren konservativ geprägter Bildungspolitik von CDU-Bildungsministern die modernen, reformpädagogisch orientierten Schulen in Thüringen bessere Entwicklungsbedingungen hatten als jetzt unter einem SPD-geführten Bildungsministerium“, so Frau Sojka abschließend.
