DIE LINKE kritisiert den Rückgang der landwirtschaftlichen Fläche
Angesichts des morgigen Welternährungstages kritisiert Dr. Johanna Scheringer-Wright, Sprecherin für Landwirtschaftspolitik und regionale Entwicklung der Thüringer Linksfraktion, den massiven Rückgang der landwirtschaftlichen Fläche. Immer noch würden in der Bundesrepublik täglich knapp 80 ha der Versiegelung durch Siedlungs- und Verkehrsflächen zum Opfer fallen.
38 Prozent der versiegelten Fläche sind Verkehrswege, zumeist Straßen. In Thüringen ist der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche seit 1992 von etwa 7 auf heute mehr als 9 Prozent der Landesfläche gestiegen. "Diese Flächen sind dem Naturhaushalt und der Landwirtschaft vollständig entzogen. Das bedeutet, dass Regenwasser auf diesen Flächen nicht aufgenommen und dem Grundwasser zugeführt wird, dass Bodenleben unter den Gebäuden und Teerdecken abstirbt und Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzenarten zerschnitten werden", so die LINKE-Landwirtschaftsexpertin.
Die Abgeordnete moniert, dass "die Thüringer Landesregierung bei der Reduzierung des Flächenverbrauchs nicht zusammenarbeitet". So stelle der Landwirtschaftsminister große Ziele für die Reduktion des Flächenverbrauchs auf, während der Bau- und Verkehrsminister, dessen Ressort hauptverantwortlich für dieses Problem ist, sich kaum mit dem Thema beschäftige. Verloren gegangene landwirtschaftliche Flächen könnten zukünftig auch nicht mehr durch steigende Erträge kompensiert werden, ist sich Scheringer-Wright sicher. "Wenn wir zukünftig ausreichend landwirtschaftliche Fläche für die Sicherung der Ernährung, die umweltverträgliche Gewinnung erneuerbarer Energie und zudem für die Erhaltung der Artenvielfalt sowie die Grundwasserneubildung haben wollen, müssen die beiden Ministerien auf oberster Ebene endlich zusammenarbeiten und ihre Aufgaben erledigen" fordert Scheringer-Wright.
