DIE LINKE fordert bundesweites epidemiologisches Zentrum
„Nahrungsmittel müssen sicher sein und auch Landwirte müssen vor unkalkulierbaren wirtschaftlichen Risiken geschützt werden. Die globalisierten Strukturen in der Nahrungsmittelwirtschaft tragen wesentlich zu einem Anstieg der bekannten und zum Auftreten neuer Risiken für das Auftauchen von Schadstoffen oder Infektionserregern für die Lebensmittelkette bei“, sagt Jörg Kubitzki, Sprecher für Gesundheitspolitik der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, angesichts der EHEC-Epidemie. Diese war heute Thema im Gesundheitsausschuss des Landtags.
Die EHEC-Krise habe ihren Ausgangspunkt im globalisierten Nahrungsmittelmarkt. Heute sei es kaum noch nachvollziehbar, wo welche Futtermittel bzw. Nahrungsmittel herkommen. „Im Gegensatz dazu werden die Hygiene- und Lebensmittelkontrollen dezentralisiert und regional durchgeführt“, konstatiert Kubitzki.
Auf diese durch EHEC verursachte Risikolage seien die Überwachungs- und Kontrollstrukturen nicht eingestellt. „So fehlt nach wie vor eine strategisch ausgerichtete und bedarfsgerecht finanzierte bundesweite Risikoüberwachung und
-forschung.“ Kubitzki fordert deshalb ein bundesweites epidemiologisches Zentrum als strategische Reaktion auf die neuen Gefahren. Zudem sollten Epidemiepläne für jedes Bundesland erstellt werden, ähnlich den Pandemieplänen.
„Am besten kann den Gefahren einer globalisierten Nahrungsmittelproduktion begegnet werden, indem regionale Erzeuger gestärkt und regionale Wirtschaftskreisläufe geschaffen werden und die Landesregierung z.B. beim Schulobstprogramm darauf drängt, dass nur einheimische Produkte verwendet werden“, so Kubitzki abschließend.
