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Der 1. Mai ist als Arbeitstag nicht verhandelbar

In Thüringen soll der 1. Mai, der in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt, in einigen Kommunen ein verkaufsoffener Sonntag sein. Rainer Kräuter, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, ist empört: „Der 1. Mai ist ein traditioneller Feiertag der Arbeiterinnen und Arbeiter und als Arbeitstag nicht verhandelbar. Alle kommunalen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die mit dem Gedanken spielen, Läden und Geschäfte am Maifeiertag zu öffnen, bitte ich darum, sich die geschichtliche Bedeutung des 1. Mais zu vergegenwärtigen!“

„Nach einem Vierteljahrhundert, in dem der ,Tag der Arbeit‘ in der Bundesrepublik gemeinsam in Ost und West begangen wird, handeln einige kommunale Verantwortungsträgerinnen und -träger nicht nur arbeitnehmerfeindlich, sondern schlicht geschichtsvergessen. Die blutigen Auseinandersetzungen am Haymarket in Chicago im Jahr 1886 waren der Beginn des Kampfes der Arbeiterbewegung. 130 Jahre später sind wir noch lange nicht an dessen Ende angekommen!“, so Kräuter weiter.

Mit Blick auf die Situation der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter, den Umgang mit Werkverträgen, der immer weiteren Öffnung der Schere zwischen Arm und Reich und vielen weiteren negativen Aspekten des Arbeitslebens meint der Gewerkschaftspolitiker: „Der internationale Tag der Arbeit gehört den Arbeiterinnen und Arbeitern. Sie wollen und sollen sich miteinander solidarisieren. Sie prägen seit jeher den Tag mit Themen, wie dem Ausbau ihrer eigenen Rechte, dem Schutz vor Armut, einem starken Sozialstaat und dem Mindestlohn. Ihnen diese Freiheit durch Arbeit zu nehmen, führt den Tag – mit all seinen geschichtlichen Traditionen, aber auch den dunklen Kapiteln –, ad absurdum und provoziert Widerstand.“

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