CDU/SPD-Koalition für den Ausbau der 380-kV-Leitung mit fadenscheiniger Begründung
„Die Argumente der Thüringer CDU-SPD-Koalition für den Ausbau der Starkstromtrasse sind Nebelkerzen und Blendgranaten“, sagt Petra Enders, Landtagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE und Bürgermeisterin von Großbreitenbach. Es sei „absurd“ zu behaupten, dass die 380-kV-Starkstromtrasse aus wirtschaftspolitischen Gründen unabweisbar ist.
„Die 380-kV-Leitung hat für Thüringen keine unmittelbare wirtschaftliche Bedeutung“, stellt Frau Enders klar. Die jetzt ins Spiel gebrachte Zuleitung von Vieselbach ins Industriegebiet Erfurter Kreuz sei „lediglich eine Schutzbehauptung“. „Hier geht es nicht um die 380-kV-Trasse, sondern um eine 110-kV-Leitung. Wenn eine solche Leitung wirklich notwendig wäre, könnte man sie auch problemlos in das Erdreich verlegen. Das ist Stand der Technik“, fügt die Linksfraktionärin hinzu. Sie verweist auch darauf, dass Regionalversorger schon für den Fall, dass die 380-kV-Leitung nicht oder nicht rechtzeitig gebaut würde, bereits Alternativlösungen erarbeitet hätten.
„Es ist unredlich, eine Fernleitung, die mehr als 150 km durch Thüringen gezogen wird, damit zu begründen, dass ein regionaler Versorgungsengpass auf einer Strecke von 20 Kilometern entsteht. Dabei lassen die beiden Regierungskoalitionen vollkommen den Fakt unter den Tisch fallen, dass auch rund um das Erfurter Kreuz bereits vorhandene Leitungen lediglich für einen höheren Stromtransport ertüchtigt werden müssten. Auch hier gilt: Netzumbau vor Netzneubau“, so Frau Enders.
„Hochtemperaturseile sind das eine, regenerative Kraftwerke durch die Stadtwerke das andere! Das Erfurter Kreuz braucht Strom, das streiten wir nicht ab. Allerdings keine neue 380-kV-Leitung!“, unterstreicht Frau Enders und verweist auf die Möglichkeiten des stärkeren Einsatzes regenerativer Energiequellen. Dazu biete sich der Standort Arnstadt hervorragend an, weil dort ein Schwerpunkt der Solarindustrie liegt. „Ein schlüssiges Konzept wäre, auf die Modernisierung vorhandener Leitungen und auf den durch Stadtwerke bereitgestellten Strom aus regenerativen Energiequellen zu setzen“, so Frau Enders abschließend.
