Bildungsmonitor stellt Personalsituation an Thüringer Schulen völlig verzerrt dar
„Der arbeitgeberfinanzierte Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bildet die Situation an den Schulen in Thüringen nur unzureichend ab“, sagt Michaele Sojka mit Verweis auf aktuelle Studie. „Statt kleiner Klassen und ausfinanzierter Bildungsangebote stehen Stundenausfälle auf der Tagesordnung.“
Insbesondere die Personalsituation werde im aktuellen Bildungsmonitor völlig verzerrt dargestellt. „Grundschulen und weiterführende Schulen mit einem Lehrer-Schüler-Verhältnis von 1:14,1 bzw. 1:9,3 sind an kaum einer Schule Realität“, so die Bildungspolitikerin der Linksfraktion weiter. „Mit einem Altersdurchschnitt der Lehrer von deutlich über 50 Jahren in allen Schularten hat Thüringen auf Grund seiner jahrelangen verfehlten Personal- und Einstellungspolitik, die auch unter einem SPD-Bildungsminister nicht korrigiert wurde, ein riesiges, selbstverschuldetes Problem, das in der Zukunft sich noch verschärfen wird. Für die dringenden inhaltlichen Reformen fehlt der notwendige Schwung durch junge, innovationsfreundliche Lehrer.“
Auf Grund des hohen Dienstalters der Pädagogen und der von ihnen über Jahre hinweg gezeigten großen Einsatzbereitschaft, nehme die Erkrankungshäufigkeit weiter zu „und trotz eines immer noch vorhandenen ‚statistischen Lehrerüberhangs’ ist Stundenausfall an den Schulen Thüringens die traurige Realität“, betont Frau Sojka. So sei in Erfurt zu Beginn des neuen Schuljahres der Unterricht nicht abgesichert und Stundenausfall bereits eingeplant, so ein Schreiben der Schulelternsprecher und die Antwort des verantwortlichen Schulamtsleiters. Auch die Jenaer Schulleiter hatten bereits im Juni angesichts der „alarmierenden Schieflage in der Personalsituation“ ein sofortiges Umsteuern in der Personalpolitik gefordert.
„Zudem kommen die hohen Bildungsausgaben des Landes an den Schulen in Thüringen nicht an“, meint die Abgeordnete und verweist darauf, dass den Schulträgern die Mittel für dringend notwendige Sanierungen fehlen. Nach aktuellen Schätzungen des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes bestehe an den Schulen in Thüringen ein Sanierungsstau Höhe von 400 Millionen Euro. „Der größte Teil der Landesausgaben für Bildung sind Personalausgaben, wobei viel zu viele Lehrer überhaupt nicht an den Schulen, sondern in Verwaltungen, Ämtern oder im Ministerium tätig sind oder sich bereits im Vorruhestand befinden“, so Michaele Sojka abschließend.
