Anzahl der Verbraucherinsolvenzen in Thüringen steigt weiter – bessere Beratung notwendig
Diana Skibbe, verbraucherpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, fordert eine bessere Ausstattung der Beratungsstellen für Verbraucherinsolvenz in Thüringen.
Nach aktuellen Daten des Thüringer Landesamtes für Statistik mussten zwischen Januar und Mai 2016 in Thüringen 753 Verbraucher Privatinsolvenz anmelden, hinzukommen 225 Insolvenzverfahren von Einzelselbständigen. Das entspricht einer Steigerung von 3,6 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. „Damit bestätigt sich ein beunruhigender Trend“, sagt Diana Skibbe. „Während Insolvenzverfahren von Unternehmen in Thüringen erfreulicherweise seit mehreren Jahren rückläufig sind, steigt die Zahl der Privatinsolvenzen beständig weiter an. Hier werden die Folgen der unsozialen Umstellung des Rentensystems sichtbar, die Zahl der Menschen mit extremer Altersarmut bis hin zur Überschuldung nimmt zu. Und es betrifft leider auch immer mehr Menschen, die trotz Arbeit in die Schuldenfalle geraten – eine Folge der Deregulierung des Arbeitsmarktes.“
„Die gestiegene Anzahl der Fälle zeigt weiter“, so Skibbe, „dass wir dringend die Situation der 24 Thüringer Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen verbessern müssen.“ Denn nicht wenige der aufwändigen und im Ergebnis kostenintensiven Privatinsolvenzverfahren könnten vermieden werden, wenn für diese Menschen rechtzeitig und umfänglich eine gute Beratung möglich wäre. Dazu seien aber die Beratungsstellen trotz ihrer hervorragenden Arbeit aufgrund ihrer seit Jahren mangelhaften Ausstattung immer weniger in der Lage. Es fehle an Personal, Sachmitteln und der Möglichkeit, mit zusätzlichen präventiven Beratungsprojekten drohenden Schuldenfallen vorzubeugen.
„Die Fraktion DIE LINKE hatte bereits 2015 eine bessere Ausstattung der Beratungsstellen gefordert. Aktuell suchen wir gemeinsam mit dem zuständigen Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz nach kurzfristigen Lösungen, wie wir die Beratungsstellen besser aufstellen können. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass schnelles Handeln notwendig ist“, unterstreicht die Abgeordnete abschließend.
