Amtstierärzte brauchen dringend Unterstützung
„Die Vereinigung der Tierärztinnen und Tierärzte im öffentlichen Dienst muss offenbar schon einen öffentlichen Hilferuf aussenden, weil sie sich den rapide wachsenden Anforderungen an Kontrolldichten in Tierhaltungen und Lebensmittelbetrieben personell nicht mehr gewachsen sieht“, so die agrarpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Dr. Johanna Scheringer-Wright mit Blick auf die Mitteilung des Landesverbandes der beamteten Tierärzte Thüringens.
Von Heike Taubert, zuständige Ministerin im Gesundheitsministerium, sei dieses Problem heute während ihrer Vorstellung des Jahresberichts der amtlichen Lebensmittelüberwachung weitgehend ignoriert worden. Die Abgeordnete weiter: „Dass die Zahl der Amtstierärzte gesunken ist, ist ein Skandal, denn die Aufgaben werden nicht weniger, im Gegenteil: es gibt immer mehr Tiertransporte, auch die Anforderungen bei Kontrollen in Schlachthöfen und Tierzuchtanlagen steigen. Insgesamt ist die Menge der hergestellten und verzehrten tierischen Produkte gestiegen und damit auch die Arbeitsbelastung für die Tierärzte. Thiemendorf ist ein trauriges Beispiel dafür, wie die Lücke zwischen mangelhafter Umsetzung der Gesetze und fehlenden Kontrollkapazitäten zum Leid der Tiere führt. Das muss ein Ende haben.“
Frau Dr. Scheringer-Wright abschließend: „Lebensmittelsicherheit ist oberstes Gebot in der Daseinsvorsorge der Menschen. Daher ist es unabdingbar, mehr Amtstierärzte einzusetzen. Aufgabe der Landesregierung ist es, nicht einen dauernden Personalabbaupfad bis zum Kollaps zu beschreiten, sondern dem wichtigsten Personalbedarf endlich zu entsprechen.“
