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Ärztemangel - Folge eines kommerzialisierten Gesundheitswesens

Als einen "Alarmruf" bezeichnet Dr. Thomas Hartung, Gesundheitspolitiker der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Aussagen leitender Krankenhausärzte, die die Arbeitsfähigkeit Thüringer Kliniken durch einen bestehenden und sich perspektivisch verstärkenden Ärztemangel bedroht sehen.

"Die Rezepte, die gegen diesen verhängnisvollen Trend angeboten werden, sind keine grundsätzliche Lösung. Weder eine Anwerbung von Ärzten aus dem Ausland noch die Gewinnung zusätzlicher Studenten lösen das tiefe strukturelle Problem unseres Gesundheitswesens", unterstreicht der Gesundheitsexperte der LINKEN. Nicht die Zahl der Studierenden sei entscheidend, sondern die Perspektive, die sich jedem einzelnen bietet.
Dr. Hartung weist darauf hin, dass 40 Prozent der Arbeitszeit eines Klinikarztes für Bürokratie eingesetzt werden muss. "Der bürokratische Aufwand ist Ausdruck des kommerziellen Drucks, den die Klinkleitungen ungefiltert an den Leistungserbringer Arzt weitergeben." Durch die Kommerzialisierung der Arzt-Patienten-Beziehung werde der Arzt zum Dienstleister, der jedoch durch die spezielle Situation des Kranken niemals einfach nur Dienstleister sein dürfte.
"Dieses Grundproblem muss vor allem durch politische Vorgaben und Anforderungen gelöst werden. Wir brauchen einen sozialen und einen gerechten Aufbau des Gesundheitssystems, der wieder den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt stellt. Nur so sind eine Gesundheitsversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger auf hohem Niveau sicher zu stellen und dauerhaft dem Arztberuf seine frühere Attraktivität wiederzugeben", unterstreicht der Abgeordnete der LINKEN.

Andere Probleme dagegen seien in den Krankenhäusern hausgemacht: "Niemand hindert leitende Ärzte, das Arbeitszeitgesetz einzuhalten. Niemand kann die Chefärzte zwingen, Mitarbeiter immer wieder in Jahres- oder Zweijahresverträge zu drängen. Und natürlich sind sowohl die streng hierarchischen Strukturen in vielen Kliniken auch überdenkenswert wie die Vergütung der Assistenten", so Dr. Hartung abschließend.

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