Ab 2026 muss es eine neue Hochschulfinanzierungsvereinbarung geben, die klärt mit welchen Geldern die Thüringer Hochschulen in den nächsten Jahren rechnen können. Bereits im Vorfeld der Veranstaltung und im Zuge der Auswertung der Hochschulentwicklungsplanung 2030+ aus dem Jahr 2023 hat Die Linke Landtagsfraktion viele Fragen von unterschiedlichen Statusgruppen erreicht: Wie sieht eine gut finanzierte Lehre der Zukunft aus? Was kann ich machen, wenn tolle Dozent*innen mal wieder der Hochschule den Rücken kehren? Was macht ein ausgezeichnetes Studierendenwerk aus und was bedeutet eigentlich Gute Arbeit in der Wissenschaft? Oder auch welche Bedeutungen haben Hochschulen im ländlich geprägten Raum? All diese Themen berühren auch das Thema Finanzen.
Konkret geht es um die Frage: Wie müssen die Thüringer Hochschulen finanziell ausgestattet sein, um allen Statusgruppen gerecht zu werden und dem Anspruch nach einem modernen Hochschulstandort zu entsprechen.
Nach Impulsvorträgen aus Sicht der Studierenden und Beschäftigten wurden in Diskussionsgruppen folgende Themen vertieft:
Linke Vorschläge für die Hochschulfinanzierung
Die Grundlage für alle Maßnahmen für gute Lehre, Forschung und Arbeit ist das Geld. Als Linke wollen wir weiterhin eine stabile Grundfinanzierung gewährleisten mit einem Dreiklang aus:
- einer weiterhin jährlichen Steigerungsrate von 4 Prozent der Zuweisungen des Landes an die Hochschulen, wie es in der Rahmenvereinbarung V erfolgt ist,
- einem Sonderlastenausgleich beispielsweise für Tarifkostensteigerungen, Inflation und Energiekosten,
- der Entlastung der Hochschulen durch die Übernahme der Versorgungsausgaben (wie Pensionen) durch das Land Thüringen.
Ergänzt werden muss dies durch ein Kooperationsbudget. Denn Kooperationen in Lehre, Forschung und Verwaltung werden nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie eine entsprechende Finanzierung erhalten.
Neben nachhaltigen Strukturen, wie soziale und gesundheitspolitische Belange, müssen auch gleichstellungspolitische Maßnahmen vorangetrieben werden und Entwicklungsschwerpunkte an den einzelnen Hochschulen gesetzt werden.
Lehre der Zukunft
Studierende wünschen sich vor allem eine Lehre, in der Dozent*innen auf der Grundlage von guten Arbeitsbedingungen lehren und forschen. Nur so, bleiben sie den Hochschulen in der Regel länger erhalten und es kann sich eine angemessene Feedbackkultur entwickeln. Als Problem wurde geschildert, dass Lehrevaluationen von Studierenden für Lehrende nicht immer angenommen werden, da der Zeitpunkt – bspw. mitten in den Prüfungen- nicht sinnvoll gewählt ist und viele Studierenden Nachteile fürchten. In der Folge geben sie erst gar keine Evaluation ab.
Zudem wünschen sich Studierende, dass das Thema physische Gesundheit eine größere Rolle an den Hochschulen spielt. Einerseits im Studierendenwerk andererseits in der Lehre selbst. Gerade die Auswirkungen der Corona-Pandemie werden sich auch in den künftigen Studierendengenerationen zeigen. Auch ein besserer Zugang zu Fachliteratur durch die Online-Ausleihe sowie der Umgang mit KI bewegte die Studierenden.
Perspektiven für gute Arbeit
Im Bereich Wissenschaft braucht es Planungssicherheit, das heißt gute Arbeit ist auch finanzielle Sicherheit. Beschäftigungsumfänge sind teils gering und die Arbeit an der
Dissertation erfolgt weitgehend in der Freizeit. Viele Organisationsprozesse sind eingefahren, umständlich und nur schwer veränderbar. Daher sind Organisationsentwicklungsprozesse wichtig. Neben Pilotprojekten, die helfen können Bedenken zu entkräften, braucht es eine moderne Führungskultur und neue Organisationsformen.
Vorschläge für Karrierewege neben der Professur - Dozenturen, Lektorate, Wissenschaftsmanager gibt es bereits. Auch der Aufbau der Promotionszentren an den HAWen benötigt eine zusätzliche finanzielle Unterstützung.
Aus den Impulsvorträgen und Diskussionsrunden ist ein Forderungspapier zur Rahmenvereinbarung VI entstanden, welches Sie hier herunterladen können:
Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke betont:
„Wir haben viele engagierte und kompetente Menschen an unseren Hochschulen, die sich täglich dafür einsetzen, dass wir ein moderner und attraktiver Hochschulstandort sind. Wir wollen gemeinsam mit Ihnen daran arbeiten, dass dies auch so bleibt. Dafür ist eine gut aufgestellte Finanzierung die Basis. Wir kämpfen für einen gut ausgestatteten Hochschulstandort Thüringen für alle Statusgruppen.“
Danksagung
An dieser Stelle allen ein herzliches Dankeschön, die sich eingebracht und mitgemacht haben. Besonders möchten wir uns bei den Referentinnen Helen Würflein, als Sprecherin der Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS), Katrin Glaser aus dem Team Referatsleitung Hochschule und Forschung der GEW Thüringen, Herrn Prof. Sattler stellvertreten für die Landespräsident:innenkonferenz und Teresa Gärtner, Gewerkschaftssekretärin von ver.di aus dem Fachbereich Bildung und Wissenschaft, die die Moderation der Abschlussdiskussion übernommen hat, bedanken.
Weitere Dokumente zum Download:
Vortrag KTS: RU(N)IN: PLEITE FÜR’S STUDIUM?
Vortrag GEW: Hochschulfinanzierung zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Das war unser Programm
13:30 Uhr | Einlass
14:00 Uhr | Beginn der Konferenz und Begrüßung
Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher, Fraktion Die Linke
14:05 Uhr | Inputs:
rU(N)In - die Pleite fürs Studium?
Helen Würflein, Sprecherin Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS)
Hochschulfinanzierung – zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Katrin Glaser, GEW Thüringen, Team Referatsleitung Hochschule und Forschung
Linke Vorschläge für die Rahmenvereinbarung VI (Vorstellung Positionspapier)
Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher, Fraktion Die Linke
15:00 Uhr | Pause mit Kaffee, Tee und Kuchen
15:15 Uhr | Workshop-Phase (in Anlehnung an die Inputs)
1) Lehre der Zukunft mit Helen Würflein | Raum 125
2) Gewerkschaftliche Perspektive mit Katrin Glaser | Raum F003
3) Linke Vorschläge für die Hochschulfinanzierung ab 2026 mit Christian Schaft | Raum 420
16:15 Uhr
Kurze Vorstellung der Ergebnisse im Plenum
16:30 Uhr
Abschlussdiskussion mit anschließender Fragerunde
Moderation: Teresa Gärtner, ver.di, Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Bildung und Wissenschaft"
Teilnehmende:
· Helen Würflein, Sprecherin Konferenz Thüringer Studierendenschaften (KTS)
· Christian Schaft, Fraktionsvorsitzender und hochschulpolitischer Sprecher, Fraktion Die Linke
· Prof. Dr. Kai-Uwe Sattler, Vorsitzender Thüringer Landespräsidentenkonferenz (TLPK)
· Katrin Glaser, GEW Thüringen, Team Referatsleitung Hochschule und Forschung
17:45 Uhr
Ausklang (mit Häppchen und Getränken)




























