Güngör: Vertrauliche Spurensicherung in Thüringen ausbauen

Lena Saniye Güngör

„Das aktuelle Anhörungsverfahren zu unserem Antrag zur vertraulichen Spurensicherung in Thüringen zeigt deutlich, wie wichtig der geforderte Ausbau zur konsequenten Bekämpfung von sexueller Gewalt ist“, so Lena Saniye Güngör, Sprecherin für Gleichstellungspolitik der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag. Die Abgeordnete führt weiter aus: „Aktuell wird in Thüringen die vertrauliche Spurensicherung zentralisiert am Universitätsklinikum in Jena angeboten. Das bedeutet, dass Betroffene von Sexualstraftaten außerhalb von Jena für eine vertrauliche Spurensicherung einen weiten Weg in Kauf nehmen müssen. In solch einer nicht selten traumatischen Ausnahmesituation ist dies nicht hinnehmbar. Im Parlament setzen wir uns deshalb für einen schrittweisen Ausbau der Spurensicherung ein, einerseits in der Fläche durch Angebote in den vier Planungsregionen in Thüringen. Andererseits gilt es die Frage zu klären, wie auch eine digitale Anleitung durch Telemedizin eine flächendeckende Versorgung in Thüringen gewährleisten kann. iGOBSIS aus NRW ist hier ein gutes Beispiel.“ 
 

Bis der Ausbau in der Fläche stattgefunden hat, soll vor allem der Fokus auf Lösungen für die aktuellen Herausforderungen gelegt werden: „Keine Betroffene soll sich über Fahrtkosten und oder den Versicherungsstatus Gedanken machen müssen, deshalb fordern wir die Fahrtkostenübernahme nach dem Thüringer Reisekostengesetz und eine kostenlose vertrauliche Spurensicherung auch für nicht gesetzlich oder privat Versicherte.“ 
 

Ein weiterer wichtiger Baustein ist vor allem auch eine breite und niedrigschwellige Informationskampagne für Betroffene, aber auch für Beratungsstellen, Polizei und medizinisches Personal. „Es gibt Bundesländer, die in mehreren Sprachen über Flyer, aber auch über digitale Hinweise in der Straßenbahn über die Möglichkeit einer vertraulichen Spurensicherung informieren. Diese Wege sollten wir auch nutzen, um Betroffene über Möglichkeiten zu informieren und letztlich sexualisierte Gewalt in ihren unterschiedlichsten Formen zu bekämpfen“, führt Güngör abschließend aus.