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Erinnerung an Shoa: Konkretes Handeln statt bloßer Ankündigungen - Verantwortung aus dem 80. Jahrestag ziehen

Christian Schaft

„Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Dieser Tag mahnt uns, an die millionenfache Vernichtung von Jüdinnen und Juden, aber auch von Sinti*zze, Romnja, Kommunnist*innen, Homosexuelle, Behinderte und viele weitere Gruppen zu erinnern - ein singuläres Verbrechen, das aus einer tief verwurzelten menschenverachtenden, antisemitischen, rassistischen und völkischen Ideologie entstand. Eine Ideologie, die leider auch heute, 80 Jahre später in erschreckender Weise wieder präsent ist und durch Geschichtsrevisionismus genährt und relativiert wird“, so Christian Schaft, Vorsitzender der Fraktion Die Linke im Thüringer Landtag.

 

Zum 80. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz braucht es mehr als symbolische Gesten, fordert Schaft: „Gedenkarbeit muss langfristig gesichert, neue Formate entwickelt und auch kleinere Gedenkstätten und Gedenktafeln stärker berücksichtigt werden. Gleichzeitig gilt es entschlossen zu verhindern, dass Anhänger völkischer Ideologien und Geschichtsrevisionisten in herausgehobene Positionen gelangen.“

 

Schaft mahnt an, die Finanzierung der Gedenkstätten langfristig auf eine solide Basis zu stellen, um deren Zukunft zu sichern. „Dies ist ein eindeutiges Bekenntnis gegen alle, die das Gedenken an die Shoah und die einzigartigen Verbrechen der systematischen Vernichtung von Menschen verdrängen, verfälschen oder behindern.“ Außerdem fordert er die Landesregierung auf, den 8. Mai 2025 - den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus - endlich zum gesetzlichen Feiertag zu erklären. Eine entsprechende Parlamentsinitiative der Linken liegt dazu bereits vor. „Das 80. Jahr der Befreiung von Auschwitz ist zugleich auch das 80. Jahr der Befreiung Europas vom Nationalsozialismus. Die rechtlichen Erfordernisse nach dem Feiertagsgesetz sind erfüllt. Die Landesregierung muss jetzt handeln.“

 

Besorgt blickt Schaft auf die anstehende Sitzungswoche im Landtag: „Es wäre ein verheerendes Zeichen, wenn in derselben Woche, in der wir bei Gedenkveranstaltungen der Opfer der Shoah, der Opfer des Nationalsozialismus erinnern, im Plenum eine Aktuelle Stunde dazu abhalten, dann am Jahrestag der sogenannten ‚Machtergreifung’ der Nationalsozialisten ein bekannter Geschichtsrevisionist aus einer Partei, die von Sicherheitsbehörden als ‚gesichert rechtsextrem‘ eingestuft wird, zum Vizepräsidenten des Thüringer Landtags gewählt würde.“ Die Regierungskoalition sollte dazu auch die dringende Mahnung des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos ernst nehmen, die ebenfalls dazu aufrufen, den als Geschichtsrevisionisten und Holocaust-Verharmloser bekannten AfD-Abgeordneten Jörg Prophet nicht zum Vizepräsidenten des Thüringer Landtages zu wählen.

 

Schaft abschließend: „Wir laden alle demokratischen Akteure ein, gemeinsam ein deutliches Zeichen zu setzen und unterbreiten als Linksfraktion ein Veranstaltungs- und Gesprächsangebot mit dem Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald Mittelbau- Dora, Prof. Dr. Jens-Christian Wagner, am 28.1.2025 um 16 Uhr im Thüringer Landtag. Dort werden wir erneut über die Gefahr des Geschichtsrevisionismus und die Bedrohung der Gedenkstättenarbeit durch die AfD sprechen.“ Schaft schließt mit einem klaren Appell: „Erinnerungskultur ist eine Pflicht, die wir nicht nur bewahren, sondern aktiv gestalten müssen. Wer die Erinnerung an die Opfer der Shoa, die Opfer des Nationalsozialismus ernst meint, von ‚Nie wieder’ spricht, muss im Heute Konsequenzen ziehen und alles daran setzen, dass Geschichte weder verdrängt noch umgeschrieben wird.“

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