Deutschlandstipendium: Mittel wären bei BAföG-Verbesserungen besser eingesetzt

Anlässlich der heute durch das Landesamt für Statistik vorgelegten Zahlen zum Deutschlandstipendium erklärt Christian Schaft, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Das Deutschlandstipendium bleibt weiter hinter den Zahlen, welche der Bund zur Zielvorgabe erklärt hatte, zurück. Aus Sicht der LINKEN wäre statt der Gewährung dieser Schmalspur-Stipendien das Geld besser in ein existenzsicherndes und elternunabhängiges BAföG investiert.“

Wie die Zahlen belegen, erhalten gerade einmal 0,78 Prozent aller Thüringer Studierenden ein Deutschlandstipendium. Damit wird die ursprünglich vom Gesetzgeber vorgesehene Förderquote von acht Prozent nicht mal annähernd erreicht, selbst die seit 2013 korrigierte Quote von zwei Prozent wird klar unterschritten. „Wie auch schon der Bundesrechnungshof 2013 rügte, fließen 40 Prozent der aufgewendeten Bundesmittel in die Verwaltung eines Programms, welches in Thüringen, aber auch darüber hinaus, kaum Studierende erreicht. Es wäre deshalb bedeutend sinnvoller, die bereitgestellten Mittel für eine Verbesserung der BAföG-Situation zu nutzen, um den allgemeinen Trend, dass ein Drittel der Studierenden neben dem Studium zur Sicherung der Lebenshaltungskosten arbeiten muss, zu mildern. Die 2014 beschlossene BAföG-Reform ging hier Schritte in die richtige Richtung, für viele Studierende ist die Mittelerhöhung ab Herbst 2016 jedoch viel zu spät und bleibt ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert der Hochschulpolitiker.

„Statt der weiteren Herausbildung einer studentischen Elite brauchen wir eine angemessene Unterstützung gerade der finanziell schlechter gestellten Studierenden, um Bildung für alle zugänglich zu machen. Dies sichert ein modernes BAföG noch immer am besten ab“, schlussfolgert Christian Schaft abschließend.