Alt werden in Thüringen - Anschlussfähigkeit des ländlichen Raumes gewährleisten

Katja Maurer

Die Teilhabe älterer Menschen am gesellschaftlichen und kulturellen Leben sei zu nicht unerheblichen Teilen von der Infrastruktur abhängig, so Katja Maurer Sprecherin für Senior*innen- und Sozialpolitik. Maurer plädiert deshalb für ein Konzept zur Sicherstellung und des Ausbaus der öffentlich zugänglichen Mobilitätsmöglichkeiten im ländlichen Raum Thüringens: „Der Demografiebericht aus dem Jahr 2023 stellt in Thüringen schon heute, vor allem aber auch in den kommenden Jahren, einen Bevölkerungsrückgang und eine zunehmende Alterung im Zuge des demografischen Wandels fest. Bis 2042 wird der Bevölkerungsanteil der über 65-Jährigen im Freistaat Prognosen zufolge auf insgesamt 30,5 Prozent steigen. Die Bedeutung der älteren Bevölkerungsanteile und ihrer Belange für unsere Gesellschaft nimmt entsprechend zu. Doch wie sieht es mit ihren Teilhabechancen und Mitbestimmungsmöglichkeiten in Thüringen aus?“

„Die Teilhabe und Mitbestimmung älterer Menschen in unserer Gesellschaft wird insbesondere auch durch das Vorhandensein einer guten Infrastruktur beeinflusst. Nun ist es bekanntlich so, dass sich Thüringen als ein Flächenland durch ein Netz kleiner und kleinerer Ortschaften auszeichnet. Während viele junge Menschen aufgrund mangelnder Perspektiven und Anschlussmöglichkeiten aus dem ländlichen Raum in Richtung Stadt abwandern, droht eine Vielzahl älterer Menschen in den Dörfern zurückzubleiben und abgehängt zu werden. Ihre Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben leidet, die Gefahr der Vereinsamung wächst. Darum ist eine zentrale Herausforderung die Gewährleistung der Anschlussfähigkeit des ländlichen Raumes. Diese Frage ist engmaschig geknüpft, an die Frage des Vorhandenseins einer Infrastruktur. Alle Menschen profitieren von einem gut ausgebauten Netz. Ob jung oder alt, wenn vor Ort eine gute und regelmäßige Anbindung mit Bus oder Bahn vorhanden ist, stärkt das die Lebensqualität und die Teilhabechancen aller“, betont Maurer.

„Was nützt das beste Angebot an Veranstaltungen, Einkehrmöglichkeiten und vieles weitere, wenn es für einen Großteil der Menschen schlichtweg nicht erreichbar ist? Gerade in Thüringen haben wir durch die vielen kleinen Ortschaften ein breit gestreutes Netz aus kleinen Gemeinden, in denen eine Vielzahl älterer Menschen lebt, die auf ÖPNV angewiesen sind. Sei es für den Einkauf, den Kinobesuch oder die gemeinsame Museumserkundung. Attraktive ÖPNV-Tickets wie das Deutschlandticket allein reichen nicht aus, wichtig ist, dass auch die notwendigen Strukturen bereitstehen. Deshalb bedarf es eines weiteren Ausbaus des Linienverkehrs und dessen bessere Vertaktung sowie des Mutes zur Ergänzung durch innovative Angebote wie Rufbusse, Anrufsammeltaxis, Schnell- und Bürger*innenbusse und die Einrichtung von Bedarfshalten“, schließt Maurer ab.