Unterstützung und Förderung der Ausrichtung der Multisportveranstaltung „Die Finals“ in den Jahren 2028 oder 2029 in Thüringen

Andreas Schubert

Andreas Schubert, Die Linke:

Sehr geehrte Frau Präsidentin, werte Damen und Herren hier im Hohen Haus und an den Bildschirmen, liebe Sportfreunde in Thüringen und darüber hinaus, der vorliegende Antrag hat das Ziel, dass sich Thüringen für die Austragung der Multisportveranstaltung „Die Finals“, deutsche Meisterschaften, komprimiert an einer Stelle in vielen Sportarten wie zum Beispiel Leichtathletik, Fechten, Basketball, Wassersport und andere für 2028 oder 2029 bewirbt.

Sportgroßveranstaltungen sind weit mehr als nur Wettkämpfe. Sie sind ein zentraler Impulsgeber für das Sportland Thüringen. Sie steigern die Sichtbarkeit der Region, stärken das Image als attraktiver Sportstandort und fördern den Tourismus nachhaltig. Veranstaltungen wie Weltcups oder deutsche Meisterschaften bringen nicht nur Besucher, sondern rechtfertigen auch Investitionen in Infrastruktur und Sportstätten – Stichwort „Nachhaltigkeit“. Gleichzeitig wirken sie als Inspiration für den Breitensport. Kinder und Jugendliche werden motiviert, selbst aktiv zu werden. Vereine gewinnen Zulauf und ehrenamtliches Engagement wird gestärkt. Auch wirtschaftlich profitieren lokale Unternehmen, insbesondere im Gastgewerbe.

Allerdings müssen Aufwand und Nutzen sorgfältig abgewogen werden. Entscheidend ist, dass Veranstaltungen nachhaltig geplant werden, bestehende Infrastruktur nutzen und langfristige Effekte für die Region schaffen.

Richtig eingesetzt sind Sportgroßveranstaltungen also ein kraftvoller Hebel, um Thüringen sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich voranzubringen. Deshalb teilen wir als Linke den Ansatz, Großereignisse strategisch für die Zukunft des Sportlands Thüringen zu nutzen, um es zusätzlich zum Thema „Wintersport“ auch weiterzuentwickeln.

Diese Events und die dafür notwendigen Finanzmittel dürfen jedoch kein Selbstzweck sein. Nachwuchssport, Breitensport und auch die Sportvereine müssen bei hochkarätigen Veranstaltungen mit im Fokus stehen, damit auch künftig Thüringerinnen und Thüringer, Sportlerinnen und Sportler aus unserem Bundesland dort erfolgreich um erste Plätze kämpfen können.

In diesem Sinne ist eine Bewerbung für die Austragung der Finals in Thüringen grundsätzlich zu begrüßen, weil sich damit viele Chancen für das Sportland Thüringen verbinden. Deshalb werden wir als Linke diesen Antrag auch unterstützen.

Aber es gibt mit Blick auf den Antragstext noch Unklarheiten, Fragen, deren Beantwortung wir konsequent einfordern werden. In II.3 ist von Austragungsorten die Rede. Sind es also nicht nur Sportstätten in der Landeshauptstadt und signalisiert die Wortwahl auch die Chance für Wettbewerbe über Erfurt hinaus? Wenn ja, wo und welche? Was sind die Kriterien dafür und wer entscheidet das eigentlich zum Schluss?

Und in Punkt 4 in II. wird über finanzielle Mittel gesprochen, allerdings wird sich über die Dimension dieser finanziellen Mittel ausgeschwiegen, denn das wird ja dann sicherlich auch in einem neuen Haushalt zu diskutieren und zu verankern sein. Und ein neuer Haushalt braucht ja auch wieder Mehrheiten.

Trotz Unklarheiten zur Höhe der Bewerbungs- und Durchführungskosten für die Finals ist und bleibt für Die Linke aber völlig klar – und das will ich hier auch ganz deutlich sagen –: Die finanziellen Mittel dafür dürfen keinesfalls von anderen Aufgaben im Thüringer Sport, einschließlich der Unterstützung traditionsreicher überregionaler Sportveranstaltungen, abgezogen werden. Das ist ganz klar eine rote Linie. Denn der Thüringer Sport braucht Verlässlichkeit bei den Investitionen in die Breite, in kommunale Sportinfrastruktur, Nachwuchsarbeit, den Vereinssport und nachhaltige Nutzung der Sportstätten. Nur so lassen sich überhaupt langfristige Effekte für das Sportland Thüringen erreichen.

Alle Sportfreunde hierzulande haben sich über die erfolgreiche Teilnahme Thüringer Sportlerinnen und Sportler bei den Weltcups in Oberhof und danach bei den Olympischen Winterspielen in Italien gefreut und die Medaillen, die dort erkämpft wurden, beklatscht. Aber wir wissen: Medaillen entstehen nicht beim Klatschen auf der Tribüne, sondern durch harte Arbeit, gute Strukturen und mit nachhaltiger Sportförderung vor Ort. Deshalb müssen die Kosten der Finals zusätzlich im Haushalt eingestellt werden.

Als Fazit bleibt: Wer also Sportgroßveranstaltungen klug nutzt, investiert nicht einfach in ein Event, sondern in die Zukunft des Sportlands Thüringen. In diesem Sinne werden wir die Bewerbung um die Finals unterstützen. Vielen Dank.