Gesetz zur Änderung des Thüringer Bestattungsgesetzes 2/2
Zum Gesetzentwurf der Abgeordneten Adams, Dr. Augsten, Barth, Bergner, Blechschmidt, Hellmann, Hitzing, Kemmerich, Dr. Klaubert, Koppe, Kubitzki, Kummer, Kuschel, Leukefeld, Dr. Lukin, Möller, Ramelow, Rothe-Beinlich, Schubert, Siegesmund, Skibbe, Untermann – Drucksache 5/6206
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, ich würde gerne aus der Diskussion noch mal drei Stichworte aufgreifen. Das erste Stichwort finde ich beim Beitrag vom Kollegen Gentzel, Stichwort Schimäre. Die eine kann natürlich auch die andere herbeiführen. Die Nächste, die dann folgt - ja, ich gebe Ihnen recht, natürlich, das jetzige Bestattungsgesetz lässt es zu, eine Baumbestattung. In Erfurt gibt es sie, aber nur begrenzt, in der Hinsicht, dass es dort für gestorbene Kinder getan werden darf. Keine Frage, sie dürfen es. Hier geht es aber - um deutlich zu sagen - nicht nur um die Frage der Baum- oder Waldbestattung innerhalb eines Friedhofs in einer Friedhofssatzung, sondern hier geht es darüber hinaus - ich habe vorhin davon gesprochen -, über die Friedhofsmauer hinaus. Und das ist gegenwärtig nicht möglich. Demzufolge greift das Stichwort Nummer 2 auf - der Kollege Kubitzki hat es schon getan -, die Würde. Ja, es gibt die Würde nach dem Tod, die Würde, die man zu achten hat, wenn man die letzte Ruhestätte gefunden hat. Auch die gilt es zu achten und, wie gesagt, mit den entsprechenden Möglichkeiten einer sozialen Kommune, also mit der Gesellschaft diese Grabstätte auch „zu schützen“. Aber vor dieser Würde, das zu schützen, kommt die Würde der letzten Entscheidung, wo ich hin möchte und wie ich bestattet werden möchte. Die Würde muss ich auch beachten und auch in meine Entscheidung einbinden. Da bitte ich, Kollege Gumprecht, dass man das auch dann beachtet bei der Argumentation „Würde über den Tod hinaus“. Dazu gehört auch mein letzter Wille, der über den Tod hinaus wirkt.
Das letzte Argument, die Anonymisierung des Vorgangs. Da habe ich den Eindruck, dass hier Ursache und Wirkung verdreht werden. Der Wunsch, anonym bestattet zu werden, der wächst in den letzten Jahren. Und wir als Politik haben nur darauf zu reagieren oder wir reagieren darauf und lassen es zu. Jetzt mittlerweile durch die Waldbestattung entsteht eine neue Form gegebenenfalls der Anonymisierung von Bestattungen und wir müssen darauf reagieren. Also ich will deutlich sagen, nicht das Gesetz oder das, was wir hier machen wollen, wird die Anonymisierung befördern, sondern sie ist da, sie bewegt sich und wir müssen darauf reagieren und müssen den entsprechenden Weg finden.
Ich wollte es nur noch mal deutlich sagen, weil eben auch in der Presseerklärung -ich glaube, es war die der Katholischen Kirche, wo das so ein wenig aus meiner Sicht im umgekehrten Ursache-Wirkungs-Prinzip dargestellt worden ist. Danke schön.
(Beifall DIE LINKE, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
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