Erarbeitung eines modernen Sportberichts mit Perspektiven für den Sport in Thüringen
Zum Antrag der Fraktionen der CDU und der SPD – Drucksache 5/6126
Frau Präsidentin, meine Damen und Herren, viele von uns hier im Raum werden sicherlich aus eigenverantwortlicher ehrenamtlicher Tätigkeit in den Sportvereinen das eine oder andere Beispiel über diese Arbeit von diesem Pult aus referieren können.
Ich möchte noch mal einen Gedanken aufgreifen aus verantwortlicher Tätigkeit, und zwar die Problematik des Rehabilitations- und Behindertensports. Es ist im Grunde genommen auch schon in dem Antrag sichtbar geworden, und das will ich ja mit meinem Beitrag hier mit unterstützen, die Prävention und dieser Gesundheitssport ist wichtig, nicht nur aus der Frage der demografischen Entwicklung unserer Gesellschaft heraus, sondern weil natürlich auch über den Sport - und lassen sie es mich mal so formulieren - jene Menschen, die durch Krankheit - Herzkrankheiten, Krebskrankheiten, Unfall - wieder über den Sport in das bewegte Leben zurückkommen. Auch da hilft ja Prävention und Gesundheitssport ausdrücklich. Dennoch gibt es große Probleme in diesem Bereich, die ich hier ansprechen möchte und Ihnen, Frau Ministerin, mit auf den Weg geben möchte bei den Diskussionen, bei der Erarbeitung eines entsprechenden Berichts. Die entsprechenden Verantwortlichen in den Vereinen bis hin zu den Übungsleitern übernehmen gern diese Präventionsaufgaben. Und wir wissen und sind uns auch darüber im Klaren, dass wir dadurch und damit auch durch die Krankenkassen unterstützt werden durch entsprechende Beiträge, also wir können über die Rezepte entsprechende Gelder mit in die Vereine hineinbringen. Aber es reicht nicht aus, ausdrücklich nicht. Es ist nicht die Frage nach einer Turnhalle, die wir gegebenenfalls kostenfrei bekommen. Es sind zum Beispiel die Fragen nach Schwimmhallenzeiten. Es gibt zwar Leistungsvereinbarungen wie zum Beispiel in der Stadt Erfurt, wo die Vereine entsprechend über die Stadtwerke, über den Stadtrat Hallenzeiten bekommen, aber, wie gesagt, ein Reha-Sportverein kommt mit diesen Hallenzeiten nicht aus, er muss für entsprechende Bahnen bezahlen.
Jetzt will ich mal kurz ein Rechenbeispiel bringen, damit deutlich wird, wo hier Nachholbedarf besteht: Wir bezahlen für eine Bahn für eine Stunde in der Stadt Erfurt 140 €.
(Zwischenruf Abg. Emde, CDU: Was ist denn das für ein Oberbürgermeister?)
Ja, die Leistungsvereinbarung, ich will deutlich sagen, dass über 100 Stunden frei sind für die Vereine und Verbände, über 100 Stunden sind frei, und dennoch ist es nicht möglich, dass alle die Hallenzeiten, Bahnzeiten frei bekommen. Also 140 € sind das. Ich will das Beispiel weiter fortführen: Von diesen 140 € muss man deutlich sagen, man kann maximal 15 Leute auf die Bahn bringen. Und wenn ich den Gesamtbetrag, den ich über das Rezept einbeziehen kann, das sind 5 €, wenn ich den gesamten Betrag von 5 € dort einbinde, bekomme ich 75 € und muss die andere Hälfte bezahlen als Verein. Das tue ich gern, das tue ich solidarisch innerhalb eines Vereins, aber es ist trotzdem eine Belastung, wenn ich zwei, drei oder vier Bahnen dazu kaufen muss, um entsprechenden Bedarf abzudecken, reichen diese 5 €, die die Krankenkassen hinzugeben, nicht mehr aus. Was will ich damit sagen? In den Gesprächen mit den Krankenkassen müssen diese entsprechenden Zahlungen, die damit verbundenen Größenordnungen verändert werden. Sie haben sich seit über zehn Jahren nicht verändert. Demzufolge halte ich es für bedeutsam und wichtig, dass an dieser Stelle auch mit Blick auf den Rehabilitationssport entsprechende Veränderungen getroffen werden.
Einen letzten Gedanken noch darüber hinaus: Das will ich ausdrücklich mit unterstützen, wenn wir nicht an den Gymnasien und Sportschulen entsprechende Leistungskriterien einführen und nur noch im Mittelpunkt steht, wenn Schülerinnen und Schülern gegebenenfalls über die Eltern an diese Sportschulen gehen nach dem Motto, das ist schick, an einer Sportschule, an einem Elitegymnasium zu sein, ohne die Konsequenzen im Blick zu haben. Es soll an und für sich eine leistungssportliche Karriere in den Blick genommen werden. Dann halte ich das für problematisch. Die Hinweise auf diesen sozusagen Schwerpunkt der Veränderungen innerhalb der Leistungsansprüche, die gibt es schon länger. Ich glaube, gemeinsam mit den Sportschulen, mit den Vereinen sollten wir als Land entsprechend Einfluss nehmen, dass hier Veränderungen getroffen werden. Das unterstütze ich ausdrücklich. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
(Beifall CDU, DIE LINKE, SPD)
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