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Versalzung der Werra

Die Kali und Salz GmbH (K und S) gewinnt an mehreren Standorten in Hessen und Thüringen Rohsalz, wovon nur etwa ein Viertel in den Verkauf gelangt. Der große Rest muss in verschiedenen Formen wieder an die Umwelt abgegeben werden – flüssige Salzlösungen leitet man in die Werra bzw. verpresst sie teilweise in den Untergrund (Versenkung). Feste Rückstände werden aufgehaldet, wodurch salzhaltige Versickerungen und Auswaschungen bedingt sind.

Das mit der Technologie verbundene größte Umweltproblem ist die Versalzung der Werra. Für Chloride existiert ein Grenzwert von 2500 ml/Liter, was für ein Binnengewässer viel zu hoch ist. Deshalb hat Die LINKE, zusammen mit vielen weiteren Partnern, mit parlamentarischen und außerparlamentarischen Mitteln und Aktionen eine Beendigung der extremen Salzbelastung eingefordert. Ein kleiner Erfolg des Widerstandes ist, dass seit etwa einem Jahr ein Runder Tisch Vorschläge dafür erarbeitet. Auch K und S selbst ist Mitglied des Runden Tisches.

Da die Verpressung in den Untergrund in Thüringen eingestellt werden musste, hat sich die Menge salzhaltiger Lauge, die in die Werra eingeleitet wird, nunmehr auf das Doppelte mit ca. 14 Mio. Kubikmetern erhöht. Somit ist das Umweltproblem eher noch größer geworden.

Der Runde Tisch hat mittlerweile mehr als 70 Vorschläge für Einzelmaßnahmen gesammelt. Alle werden besprochen, die wenigsten werden sich wahrscheinlich als geeignet erweisen. Eine viel diskutierte Variante ist die Nordseepipeline.

Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, Lösungen für die Gesundung der Werra zu finden, ohne die Arbeitsplätze bei K und S zu gefährden. Der Düngemittelhersteller hat im letzten Jahr ein „Maßnahmenpaket zum Gewässerschutz“ vorgelegt, das aber nach eigener Darstellung die Salzwassereinleitung Neuhof – Werra mit einschließt. Unabhängig von einigen kleinen technisch-technologischen Verbesserungen sind also keine Salzlastreduzierungen zu erwarten. Stolz wähnt sich K und S, weil ein öffentlich-rechtlicher Vertrag mit den Landesregierungen in Hessen und Thüringen abgeschlossen wurde, was eine Forderung der beiden Landtage war.  Dieser Vertrag soll nach den Vorstellungen der Unterzeichner eine Laufzeit von 30 Jahren haben und der Kaliproduktion in Hessen und Thüringen Planungs- und Investitionssicherheit einräumen. Der Chlorid-Grenzwert sollen vor 2012 nicht angetastet werden.

Auf Grund dieser Gegebenheiten unternimmt die LINKE auch juristische Schritte, um die Rechtmäßigkeit und Verfassungskonformität dieser Verträge zu überprüfen. Mit der gegenwärtigen Strategie von K und S und teils auch der regierenden

Politiker ist keine nachhaltige Verbesserung des Zustandes der Werra zu erreichen.