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Schmalwasser: Energiewende ist ohne Speicherkapazität nicht möglich

Schon im April 2014 hat Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, die von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) geäußerten Zweifel am Projekt eines Pumpspeicherwerks Schmalwasser kritisiert. Offenkundig habe bei Frau Lieberknecht, die lange als Befürworterin galt, „der Wahlkampf das Heft des Handelns übernommen“, so Bodo Ramelow seinerzeit. Dabei werde von Regierungsseite „die Gefahr in Kauf genommen, den Standort Thüringen mit blankem Populismus zur politischen Schaubühne verkommen zu lassen“.

Zudem herrsche „auch hier Chaos in der Thüringer Koalition“, so Ramelow. Inzwischen werbe Wirtschaftsminister Uwe Höhn (SPD) gegen den Widerstand von CDU-Abgeordneten für das Pumpspeicherwerk an der Schmalwasser-Talsperre bei Tambach-Dietharz. Sein Argument sei, gestützt auf eine Studie der Fachhochschule Jena, der wirtschaftliche Nutzen.

Für Ramelow ist die Speicherfrage wesentlicher Teil eines Gesamtkonzepts für die Energiewende. Er spricht von einem „Masterplan“, mit Gas als zentraler Brückentechnologie für den Atomausstieg und mit Pumpspeicherwerken, die die notwendige Speicherkapazität ermöglichen. Denn ohne Energiespeicher sei eine Energiewende nicht möglich, betont der Fraktionsvorsitzende. Regenerative Energien müssen deshalb speicherfähig gemacht werden, so Ramelow. Das Ziel ist ehrgeizig: Thüringen soll bis zum Jahr 2040 zu hundert Prozent erneuerbare Energien nutzen. Doch das nicht zum Selbstzweck. Die Industrie der Zukunft werde, so Ramelow, „nicht mehr von einem extensiven Ressourcenverbrauch, sondern von intelligenten Lösungen und nachhaltigen Technologien auf der Basis erneuerbarer Energien bestimmt“. Hier liege „ein Jobmotor riesigen Ausmaßes“. Es geht, so sein Credo, „um nicht weniger als die Verbindung von ökologischer, demokratischer und sozialer Frage“.

Das Umsteuern für eine nachhaltige energetische Zukunft des Landes sei aber ohne Zustimmung aus der Bevölkerung natürlich nicht möglich, erläutert Ramelow. Die Linke nehme die Diskussionen in der Region Ernst und spreche sich für ein konstruktives Miteinander aus. Statt das Projekt gänzlich in Frage zu stellen, spricht Ramelow sich deshalb für eine bedarfsgerechte Umplanung aus und schlägt für das Pumpspeicherwerk einen geringeren Eingriff weit jenseits des Rennsteigs mit einem kleineren Oberbecken vor. Damit könne das Schmalwasser-Pumpspeicherwerk auf 110kV-Basis zum Thüringer Energiespeicher für regenerative Energien werden.

Herausforderungen der Energiewende

Ausgehend von aktuellen Entwicklungen legt die Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag „10 Fragen und Antworten“ zur Energiewende vor. Das Spektrum reicht dabei von generellen Themen wie der Kritik an der Energiepolitik der Bundesregierung bis hin zu praktischen Problemen wie den hohen Strompreisen. Der Schwerpunkt ist auf die erneuerbaren Energien und die Möglichkeiten, Chancen und Risiken in Thüringen ausgerichtet. Dabei wird die Rekommunalisierung der Stromversorgung ebenso angesprochen wie die Suche nach neuen Speichertechnologien. Die Linksfraktion geht auch den Themen, die in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert werden, nicht aus dem Weg: ist der Bau eines zusätzlichen Pumpspeicherwerks in Thüringen notwendig, werden neue Stromtrassen benötigt? Die Fraktion DIE LINKE regt an, die Energiewende als „Energieoffensive“ in den Mittelpunkt der Politik zu stellen und setzt dabei auf regionale und lokale Konzepte. Auch die Verknüpfung mit der Forschungs- und Verkehrspolitik spielt eine wichtige Rolle.